Hersteller kündigte an, Werbespot um Vorspann zu ergänzen

Werberat: Alkohol-Video verletzt religiöse Gefühle von Christen

Aktualisiert am 17.06.2022  –  Lesedauer: 

Berlin/Köln ‐ Ein Werbespot für traditionellen Anisschnaps aus der Türkei hat für Aufregung gesorgt, weil er eine alternative Geschichte des letzten Abendmahls Jesu erzählt. Über das Raki-Video haben sich daher orthodoxe Christen beim Werberat beschwert.

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Ein Werbespot für ein alkoholisches Getränk verletzt nach Ansicht des Deutschen Werberats die religiösen Gefühle von Christen. Der Hersteller habe zugesagt, das Online-Video abzuändern, teilte der Werberat am Donnerstag in Berlin auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit. Sollte das nicht erfolgen, komme es zu einer öffentlichen Rüge.

In dem Video trinkt ein Jesus-Darsteller während des letzten Abendmahls vor der Kreuzigung das türkische Nationalgetränk Raki einer bestimmten Marke. Anstatt Jesus zu verhaften, stoßen die römischen Soldaten mit ihm und seinen Aposteln an. Angetrunken singt die Gruppe "Halleluja". Verbreitet wurde der Clip in den sozialen Netzwerken.

Beschwerde durch Rum-Orthodoxe Christen

Der Zentralrat zur Förderung und Schutz der Kultur der Rum-Orthodoxen Christen von Antiochien legte Beschwerde beim Werberat ein. Durch den Spot "fühlen wir uns als Christen sehr verletzt", erklärte der Kölner Verein.

Der Werberat stimmte dieser Argumentation zu und informierte den Getränkehersteller über die Beanstandung. Das Unternehmen habe daraufhin mitgeteilt, "einen aufklärenden Vorspann einzufügen, der insbesondere deutlich machen wird, dass mit der im Spot erfolgten Verfremdung des letzten Abendmahls keine Herabwürdigung des christlichen Glaubens einhergehen soll", hieß es. Da bislang solch ein Vorspann fehlt, könnte eine öffentliche Rüge folgen. (KNA)