"Pro Ecclesia" befürchtet Gefahr für sakramentale Ordnung der Kirche

Gruppierung kritisiert Unterstützung für konzelebrierende Laiin

Aktualisiert am 09.09.2022  –  Lesedauer: 

Zürich ‐ Die Konzelebration der Schweizer Gemeindeleiterin Monika Schmid schlägt weiter Wellen. Nun hat die Bewegung "Pro Ecclesia" die Unterstützung für Schmid kritisiert. Zudem fordert sie von den Oberhirten des Landes Reaktionen.

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Die schweizerische Bewegung "Pro Ecclesia" hat die Unterstützung für eine Gemeindereferentin kritisiert, die bei einer Messe konzelebriert hatte. Es sei "empörend", dass einzelne führende Funktionäre "an vorderster Front die liturgischen Missbräuche" verteidigten und "sogar unverkennbar gutheissen", heißt es in einer Medienmitteilung, die das Portal "kath.ch" am Freitag veröffentlichte. Dies sei " umso störender", als diese eigentlich verpflichtet wären, "den Gläubigen den unverkürzten katholischen Glauben näher zu bringen und zu erleichtern, anstatt sie zu verwirren und zumindest faktisch eine sezessionistische Schweizer Neukirche zu fabrizieren".

Die Gruppe äußert den Vorwurf, "die liturgischen Übergriffe von nicht beauftragten Laien" zielten darauf ab, "die sakramentale Ordnung der Kirche zu unterhöhlen und schliesslich zu beseitigen". Sie forderte die Bischöfe des Landes auf, "mutig für den unterscheidend katholischen, das heisst sakramentalen Kern unseres Glaubens einzustehen". Dazu gehören laut "Pro Ecclesia" das Priestertum und die Sakramente, die mit diesem "untrennbar verbunden seien". Nur so werde "der fatale Eindruck vermieden, die Gemeinschaft der Bischöfe beschränke sich nur noch auf Rückzugsgefechte".

Frau hatte Hochgebet gesprochen

Hintergrund des Briefes – auch wenn sie nicht namentlich genannt wird – ist der Fall der Gemeindeleiterin Monika Schmid. Die 65-Jährige hatte bei der Messe zu ihrer Verabschiedung in der Pfarrei St. Martin in Illnau-Effretikon am 28. August das Hochgebet zur Wandlung in abgewandelter Form allein gesprochen und den Gottesdienst wie auch die restliche Wandlung mit zwei Priestern, einem Diakon und einer weiteren Frau konzelebriert. Die Feier der Eucharistie und damit das Sprechen des Hochgebets in der Messe ist Priestern vorbehalten. Nach dem Kirchenrecht ist der Versuch, die Eucharistie ohne Priesterweihe zu feiern, eine Straftat. Daher leitete der Churer Bischof Joseph Bonnemain am Freitag eine kanonische Voruntersuchung ein.

In der Folge hatte es unter anderem von der Zürcher Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding Kritik an Bonnemain gegeben. Dieser habe ohne vorhergehendes Gespräch mit den Betroffenen mit einem "kaltherzigem Communiqué im Duktus des kirchlichen Strafrechts" ohne pastorale Einbettung an die breite Öffentlichkeit gewandt. Der Bischof stehe zwar "unter starkem Druck rechtskatholischer Kreise", habe jedoch mit seinem Umgang "viele engagierte Katholikinnen und Katholiken sehr verletzt". Zudem wurde eine Petition zur Unterstützung Schmids aufgesetzt, die Stand Freitagmorgen von mehr als 1.200 Menschen gezeichnet wurde. (cph)