Nachwuchsmangel der Gemeinschaft als Grund für den Abschied

Nach über 150 Jahren: Letzte Vorsehungsschwestern verlassen Kevelaer

Aktualisiert am 12.09.2022  –  Lesedauer: 

Kevelaer ‐ 151 Jahre lang wirkten die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung in Kevelaer – doch diese Tradition geht nun zu Ende. In wenigen Tagen verlassen die letzten drei Schwestern den niederrheinischen Wallfahrtsort.

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Zäsur im Bistum Münster: Nach 151 Jahren verlassen in wenigen Tagen die letzten drei Schwestern von der Göttlichen Vorsehung den Wallfahrtsort Kevelaer. Grund für den Abschied sei der Nachwuchsmangel der Gemeinschaft, wie das Bistum Münster am Montag mitteilte. "Das Durchschnittsalter bei uns ist 83 Jahre, auch die drei Schwestern in Kevelaer sind alle über 80 Jahre alt", wurde die Leiterin der Deutschen Provinz, Schwester Paula, in einer Pressemitteilung der Diözese zitiert. Deshalb sei es nun an der Zeit, den niederrheinischen Wallfahrtsort zu verlassen.

Festlicher Gottesdienst zum Abschied

"Ein Abschied soll gestaltet und gelebt werden, das ist jetzt noch möglich und daher haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen", so Schwester Paula weiter. Zum Abschied würden die drei Schwestern an diesem Donnerstag gemeinsam mit rund 60 Mitschwestern aus Münster und Horstmar und dem Münsteraner Weihbischof Rolf Lohmann in der Basilika von Kevelaer einen festlichen Gottesdienst feiern. Anschließend sei ein Empfang geplant.

Die drei Kevelaerer Schwestern ziehen den Angaben zufolge in ein Altenheim des Ordens im nordrhein-westfälischen Horstmar. "Es war ihr Wunsch, nicht erst noch ins Provinzhaus nach Münster zu ziehen und dann später nach Horstmar, sondern jetzt direkt", betonte Schwester Paula. Der Abschied von Kevelaer sei zwar mit Trauer und Wehmut verbunden, aber auch mit der Hoffnung, dass das Feld bestellt sei, damit etwas Neues entstehen könne.

Wallfahrtsrektor: Eine Epoche geht nun leider zu Ende

Die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung hatten laut Bistum seit 1871 den Haushalt der in Kevelaer lebenden Priestergemeinschaft sowie Gäste betreut. Zudem hätten die Schwestern Gebetsanliegen aus der ganzen Welt vor die Gottesmutter Maria gebracht. Kevelaer sei lange Zeit ein zentraler Ort der rheinischen Ordensprovinz gewesen, die erst 2005 in der Deutschen Provinz aufgegangen sei.

Der Wallfahrtsrektor von Kevelaer, Domkapitular Gregor Kauling, bedauerte am Montag den Abschied: "Seit Kindesbeinen bin ich mit diesem Orden verbunden. Meine Tante, die Schwester meines Vaters, ist dort Ordensfrau. Eine Verwandte der brasilianischen Familie war zwölf Jahre Generaloberin der Schwestern, Schwester Dorothea Kauling." Die Schwestern hätten dem Wallfahrtsort und insbesondere dem Priesterhaus sehr gut getan. "Sie waren durch ihre betende Präsenz fester Bestandteil unserer Hausgemeinschaft. Eine Epoche seit 1871 geht nun leider zu Ende, die mich mit großer Dankbarkeit erfüllt", so Kauling. (stz)