"Mehrere Sondereffekte" seien ausschlaggebend für Ergebnis

Gegen Erwartungen: Erzbistum München erzielt 2022 deutliches Plus

Die Frauenkirche in München.
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Überraschende finanzielle Entwicklung in der Erzdiözese München und Freising: Statt eines erwarteten Minus hat sich im Haushaltsjahr 2022 ein stattlicher Überschuss von 128,5 Millionen Euro eingestellt. Dies gab Finanzdirektor Markus Reif am Mittwoch in München bei der Haushalts-Pressekonferenz des Erzbistums bekannt. Das entspricht einem Plus von 111,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Ausschlaggebend für das positive Jahresergebnis in dieser Höhe seien "mehrere Sondereffekte" gewesen, hieß es. Die ausgeglichene Bilanz weist für 2022 eine Summe von rund 3,88 Milliarden Euro aus und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 133 Millionen Euro erhöht.

Ein Hauptgrund für das positive Finanzergebnis liegt in den Kirchensteuereinnahmen. So stiegen diese im Vergleich zu 2021 um 11 Millionen Euro auf 658 Millionen Euro. Dabei war kalkuliert worden, dass wegen zunehmender Austritte das Aufkommen der Mittel einbrechen würde. Dieser Effekt werde nun für das laufende Haushaltsjahr erwartet, hieß es. So plant die Erzdiözese nach Angaben von Reif mit Erträgen in Höhe von 833 Millionen Euro, die aber deutlich höheren Aufwendungen von 894 Millionen Euro gegenüberstehen. Größter Aufwandsposten blieben mit 340 Millionen Euro die Personalkosten.

Weiter-so "keine Option"

Generalvikar Christoph Klingan sagte, die finanziellen Spielräume für die Erzdiözese würden geringer. "Alles weiter machen wie bisher ist keine Option." Die Kirche wolle aber präsent in der Gesellschaft bleiben.

Die Austritte im Erzbistum München und Freising hatten 2022 einen neuen Höchststand erreicht. Nachdem im Januar desselben Jahres das Missbrauchsgutachten veröffentlicht worden war, kehrten in der Erzdiözese 49.029 Katholiken der Kirche den Rücken. Klingan sagte zu dieser Zahl: "Sie bewegt mich und viele andere sehr." Die Gründe seien individuell und vielfältig. Häufig würden aber die Fälle sexuellen Missbrauchs und der mangelhafte Umgang damit genannt. Er versicherte daher, die Erzdiözese werde am "eingeschlagenen Weg der konsequenten Aufklärung, der Hinwendung zu den Betroffenen und der Prävention festhalten und ihn weitergehen". (KNA)