Woelki will mit 23.000 Glockenschlägen für eine neue Flüchtlingspolitik werben

Woelki: "Ein Gedenk- und Mahnruf"

Aktualisiert am 16.06.2015  –  Lesedauer: 
Woelki: "Ein Gedenk- und Mahnruf"
Bild: © KNA
Flüchtlinge

Köln ‐ In den vergangenen 15 Jahren sind rund 23.000 Menschen auf ihrer Flucht nach Europa gestorben. Mit der Aktion "23.000 Glockenschläge für Flüchtlinge" will der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki am Freitag ein Zeichen für sie setzen.

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Kardinal Woelki will mit 23.000 Glockenschlägen der verstorbenen Flüchtlinge gedenken und eine neue Politik anmahnen.

Mit der Aktion "23.000 Glockenschläge für Flüchtlinge" am Freitag will der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki ein Zeichen für die Schutzsuchenden an den Grenzen Europas setzen. Das Gedenkläuten für die 23.000 seit dem Jahr 2000 auf dem Weg nach Europa getöteten Flüchtlinge solle auch ein "Weck- und Mahnruf" an die Politik sein, sagte der Erzbischof am Montag vor Journalisten auf dem Glockenturm des Kölner Doms.

"Wir stehen in der Gefahr, diese Menschen zu vergessen", so Woelki. Daher habe er für den Vorabend des Welttags der Flüchtlinge am Samstag zu einer Solidaritätsaktion auf dem Roncalliplatz neben dem Dom aufgerufen. Von den politisch Verantwortlichen in Europa wünsche er sich "eine gerechte, solidarische, offene Flüchtlingspolitik" mit legalen Zuwanderungswegen, sagte der Kardinal.

Menschen dürften nicht "einfach außen vor gehalten werden oder damit rechnen müssen, gleich in Abschiebe- oder Aufnahmehaft genommen zu werden, weil sie womöglich keinen Pass mehr haben oder nicht genau erklären können, wie ihr Weg nach Europa gewesen ist", sagte der Kardinal. "Der Eisenzaun, der zwischen Europa und Griechenland existiert und der die Flucht auf dem Landweg verhindert, muss weg", forderte Woelki. "Das Mittelmeer darf nicht der einzige Weg sein, um nach Europa hereinzukommen."

An dem Solidaritätsabend für Flüchtlinge am Freitag, den 19. Juni 2015, nimmt auch Mitorganisator Rupert Neudeck, Gründer der Hilfsorganisationen "Cap Anamur" und "Grünhelme", teil. Auch Nordrhein-Westfalens stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne) habe ihr Kommen zugesagt. Sie wolle als Christin und Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ihre Unterstützung bekunden. Zudem gibt es Livemusik mit der Percussiongruppe "Mama Africa", der Sängerin Judy Bailey und dem Jugendchor Sankt Stephan. Auf dem Roncalliplatz werden sich Initiativen wie die "Aktion Neue Nachbarn" des Erzbistums Köln für Flüchtlinge vorstellen. Auch das muslimische Hilfswerk Islamic Relief habe seine Teilnahme angekündigt. (KNA)