Fast 60 Millionen Flüchtlinge weltweit
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UN-Flüchtlingshilfswerk legt Jahresbericht vor

Fast 60 Millionen Flüchtlinge weltweit

Knapp 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Dies ist die höchste Zahl, die das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen jemals verzeichnet hat - und die Zahlen werden auch weiterhin rasant ansteigen.

Genf - 18.06.2015

Ende 2014 waren demnach 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Das sind 8,3 Millionen Menschen mehr als Ende 2013 - die höchste jemals dokumentierte Steigerung. Vor zehn Jahren gab es weltweit 37,5 Millionen Flüchtlinge. Besonders alarmierend ist laut UNHCR, dass die Hälfte aller Betroffenen Kinder sind.

Als entscheidenden Auslöser für den Anstieg nennt das Hilfswerk den Bürgerkrieg in Syrien. Der Konflikt hat die meisten Menschen zur Flucht gezwungen (11,48 Millionen), gefolgt von Afghanistan (2,59 Millionen) und Somalia (1,1 Millionen). Zudem seien in den vergangenen fünf Jahren weltweit 15 neue Konflikte ausgebrochen oder wieder aufgeflammt, etwa in Nigeria, Burundi oder dem Jemen.

Guterres: Internationale Gemeinschaft unfähig Frieden zu schaffen

UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres sprach von einem Paradigmenwechsel. "Wir geraten in eine Epoche, in der das Ausmaß der globalen Flucht und Vertreibung sowie die zu deren Bewältigung notwendigen Reaktionen alles davor Gewesene in den Schatten stellen", sagte er. Die Verantwortlichen für Konflikte blieben straflos und die internationale Gemeinschaft sei offenbar unfähig, Frieden zu schaffen.

Durch die Konflikte, die teils bereits seit Jahrzehnten andauern, blieben die Menschen zudem immer länger auf der Flucht. Im vergangenen Jahr seien nur 126.800 Betroffene in ihre Heimat zurückgekehrt, die niedrigste Anzahl seit über drei Jahrzehnten.

Das UNHCR forderte dringend internationale Hilfen. "In einer Zeit der beispiellosen Massenflucht und -vertreibung brauchen wir eine ebenso beispiellose humanitäre Unterstützung und ein erneuertes globales Bekenntnis zu Toleranz und Schutz für Menschen auf der Flucht und Verfolgung", so Guterres. Besonders die reicheren Länder seien in der Pflicht, nähmen aber weit weniger Menschen auf als ärmere Länder: Knapp neun von zehn Flüchtlingen (86 Prozent) befanden sich 2014 in Ländern, die als wirtschaftlich weniger entwickelt gelten. (KNA)