Vom Segen der Kommunikation
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Medienbischof Gebhard Fürst zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

Vom Segen der Kommunikation

Die katholische Kirche in Deutschland begeht heute den Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. Katholisch.de dokumentiert dazu die Erklärung des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Bischofskonferenz, Bischof Gebhard Fürst.

Bonn - 13.09.2015

Kommunikation ist ein Segen. Daran erinnert uns Papst Franziskus in seiner diesjährigen Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. Mit Blick auf die bevorstehende Bischofssynode in Rom stellt der Heilige Vater die Familie als Dreh- und Angelpunkt aller Kommunikation in den Mittelpunkt seiner Betrachtung: "Darstellen, was Familie ist: Privilegierter Raum der Begegnung in ungeschuldeter Liebe."

Wir brauchen eine Kirche, die kommunikativ ist. Das erleben wir im täglichen Umgang mit den Medien. Schon jetzt ist spürbar, welches große Interesse die Bischofssynode im Vorfeld hervorruft. Deshalb ist es gut, wenn sich die Kirche der Kommunikation nicht verschließt, sondern sich an dem ausrichtet, der selbst als "communicator perfectus" bezeichnet wurde: Christus. Er zeigt uns, was es heißt, den Menschen nahe zu sein und ihnen zuzuhören. Gerade das ist ja die Kunst der Kommunikation: Nicht nur reden, sondern auch zuhören zu können - und auch einmal zu schweigen. Wo sonst, als gerade in der Familie, wird diese Kunst der Kommunikation von Kindesbeinen an erlernt? Kommunikation - verbal und nonverbal - ist das Mittel, das die Familie zusammenhält. Sie schafft Nähe und Vertrautheit, ein Wir-Gefühl und Identität.

Deshalb ist es gut, wenn Papst Franziskus an die großen Linien der familiären Kommunikation erinnert, die auch für unser Handeln als Kirche entscheidend und wegweisend sein sollten:

  • Wir brauchen grundlegende Kommunikationsformen wie das Gebet und somit eine auch religiöse Kommunikation.
  • Wir brauchen Kommunikation, die zur Bildung verhilft.
  • Wir brauchen Kommunikation, die im Dialog zwischen Gott und Mensch zur Vergebung führt. Die Frage der Barmherzigkeit ist das große Thema von Papst Franziskus. Die Vergebung sieht er als "Dynamik der Kommunikation".
  • Wir brauchen Kommunikation als Segen: Das Gute über den Menschen aussprechen ist vielleicht die dichteste Form kommunikativen Handelns des Menschen.
  • Und wir brauchen die - wie es Papst Franziskus sagt - "kommunizierende Gemeinschaft".

In diesen Punkten aus der Botschaft von Papst Franziskus wird deutlich, worum es geht: Wenn diese Formen der Kommunikation in der Familie erlernt werden, sind sie eine gute Voraussetzung für das Kommunizieren in der Gemeinschaft, Gesellschaft und auch in der Kirche. Wenn Kommunikation Segen und Gebet ist, dürfen wir uns am diesjährigen Mediensonntag vergewissern: Es ist Gott, der uns selbst anspricht, der uns anrührt, der "Du" zu uns sagt und so Kommunikation ermöglicht. Ich lade dazu ein, im Gebet und im Hören auf das Wort Gottes, diesem Anruf zu folgen, sich nicht zu verschließen, sondern wie in der Heiligen Schrift den Ruf Gottes zu hören und zu antworten: "Hier bin ich!"

Zur Person

Gebhard Fürst (*1948) ist seit 2000 Bischof des Bistums Rottenburg-Stuttgart. Außerdem ist er Vorsitzender der Publizistischen Kommission und der Unterkommission Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz.

Stichwort: Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

Der Welttag der sozialen Kommunikationsmittel wurde 1967 von Papst Paul VI. (1963-1978) eingeführt. Der in Deutschland auch als "Mediensonntag" bezeichnete Tag stellt die Bedeutung und Verantwortung der Massenmedien und der bei ihnen Beschäftigten in den Mittelpunkt. Der Welttag der sozialen Kommunikationsmittel wird in den meisten Ländern am ersten Sonntag nach Pfingsten begangen, in Deutschland jeweils am zweiten Sonntag im September. Die Botschaft des Papstes zum Welttag wird traditionell am 24. Januar, dem Gedenktag des hl. Franz von Sales - dem Patron der Journalisten - veröffentlicht. (stz)