"Nicht ständig hetzen"

Expertin: Pilger-Erfahrung in den Alltag übertragen

Veröffentlicht am 04.01.2026 um 09:27 Uhr – Lesedauer: 

Köln ‐ Rekordjahr auf dem Jakobsweg: Die Marke von einer halben Million Ankünften wurde geknackt. Eine Expertin sieht nun eine nachhaltige Wirkung des Pilgerns: Entschleunigung im Alltag in kleinen Schritten.

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Pilgern hat nach Expertenmeinung auch nachhaltige Wirkung. "Pilgern entschleunigt ja ganz automatisch und reduziert auf das Wesentliche: gehen, essen, schlafen – mehr braucht es nicht. Viele versuchen, genau das mit in den Alltag zu nehmen und sagen sich bewusst: Ich muss nicht ständig hetzen", sagte Autorin Beate Steger im Interview dem Portal "Domradio".

Die Pilgerexpertin berichtete unter anderem, dass die meisten sich immer wieder an ihre Erfahrung erinnern müssten, um den Effekt zu erhalten. "Der Alltag holt einen schnell wieder ein. Aber das Ziel ist tatsächlich, das eigene Verhalten langfristig zu verändern – und das gelingt zumindest in kleinen Schritten sehr wohl."

Zum Jahresbeginn berichtete das Pilgerbüro in Santiago de Compostela von einem erneuten Rekord auf dem Jakobsweg: Erstmals ist die Marke von einer halben Million Ankünfte geknackt worden. Wie aus der Statistik des Pilgerbüros hervorgeht, bekamen 530.987 Ankömmlinge ihr Diplom. Der Anteil der Frauen lag bei 53,4 Prozent, was fast 35.000 mehr Pilgerinnen als Pilgern entsprach. Bei den Nationalitäten hatten die Spanier die Nase vorn (228.527), mit weitem Abstand gefolgt von US-Amerikanern (43.980), Italienern (26.680) und Deutschen (24.356). Noch am Silvestertag trafen 257 Pilger in Santiago ein, was zum Trend des Winterpilgerns passt, um den Massen in den zulaufstarken milderen Monaten aus dem Weg zu gehen.  (mtr/KNA)