Äußert sich auch zu möglicher Synodalkonferenz

Kardinal Woelki: Kommunikationsprobleme in Köln kein Thema mehr

Veröffentlicht am 29.03.2026 um 09:28 Uhr – Lesedauer: 

Köln ‐ Die Stimmung im Erzbistum Köln hat sich nach Einschätzung von Kardinal Woelki gewandelt. Neue Hoffnung statt dicker Luft? An der Berichterstattung mancher Medien übt Woelki indes harsche Kritik.

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Dicke Luft im Erzbistum Köln – das ist nach Ansicht von Kardinal Rainer Maria Woelki lange vorbei. Er sei viel in den Gemeinden unterwegs, sagte er im Interview der "Kölnischen Rundschau". Viele Menschen sagten ihm dabei, "wie froh sie sind, dass wir den Glauben ins Zentrum stellen, und dass sie neue Hoffnung schöpfen". Niemand frage ihn nach Kommunikationsproblemen.

Damit bezog er sich auf den von Papst Franziskus zu Lebzeiten erhobenen Vorwurf, der Kölner Kardinal habe Fehler in der Kommunikation gemacht. "Wir schauen nach vorne und nicht zurück", betonte Woelki und fügte hinzu: "Sie können jetzt gern schreiben: Woelki lebt in einer Blase. Dann kann ich umgekehrt sagen: Auch die Leute, die so etwas immer wiederholen, leben in einer Blase. Sie haben nur nicht gemerkt, dass ihre Blase längst geplatzt ist."

Woelki: "Ziel war, mich hier wegzubekommen"

Mitunter werde in Dinge zu viel hineininterpretiert, sagte der Kardinal auf den Einwand, dass von ihm häufig ein Bild vom "isolierten Kardinal" gezeichnet werde. Im Hinblick auf sein juristisches Vorgehen gegen Medienberichte betonte Woelki, er habe "praktisch ausnahmslos jedes Verfahren gewonnen. Wenn ich mich nicht gewehrt hätte, was wäre dann passiert? Wahrscheinlich wären unzutreffende Behauptungen über mich immer und immer wieder wiederholt worden, weil es vermutlich das Ziel war, mich hier wegzubekommen. Das muss man so deutlich sagen."

Das staatliche Verfahren wegen möglicher Falschaussagen Woelkis zu zwei Missbrauchsfällen im Zuge zivilrechtlicher Presserechtsstreitigkeiten mit der "Bild"-Zeitung war eingestellt worden – teils mangels hinreichenden Tatverdachts und teils gegen Auferlegung einer Geldzahlung.

Der Kölner Kardinal äußerte sich auch zu einer möglichen Synodalkonferenz in Deutschland. Ob er sich daran beteiligen würde, wisse er noch nicht. Gleichzeitig betonte Woelki: "Ich bin sehr für eine synodale Kirche." Er sehe darin in erster Linie einen geistlichen Prozess: "Es finden Gespräche – auch die unbequemen – im Heiligen Geist statt, und es geht immer darum, wie wir alle unsere Entscheidungen am Auftrag Jesu ausrichten können."

Aus dem Reformprozess Synodaler Weg hatte sich Woelki zurückgezogen; im Februar hatte die Deutsche Bischofskonferenz der Satzung der geplanten Synodalkonferenz mehrheitlich zugestimmt. In diesem neuen Gremium sollen Bischöfe und Laien auf Bundesebene gemeinsam über wichtige Zukunftsfragen beraten und Beschlüsse fassen. Jetzt ist der Vatikan am Zug. Auch er muss den Plan absegnen, bevor es im November losgehen kann.

Dankbar für Haltung von Papst Leo XIV.

Derzeit sei nicht geplant, dass er im Mai zum Katholikentag nach Würzburg fahre, fügte Woelki hinzu. Er verwies zudem auf Äußerungen von Papst Leo XIV., der jüngst erklärt habe, "dass die Hierarchie der Kirche und die Übertragung des Weiheamts an Männer keine menschliche Konstruktion ist, sondern eine göttliche Einrichtung. Jeder muss für sich schauen, ob er das akzeptieren kann oder mit anderen Überzeugungen unterwegs ist. Ich halte mich jedenfalls an den Papst."

Das große Anliegen Leos sei es, "zu versöhnen und Gräben zu überwinden. Er ist ein sehr zugewandter, hörender Mensch, der nicht zu vorschnellen Urteilen neigt." Er sei dem Papst sehr dankbar, so Woelki, "dass er sich bemüht, durch den klaren Fokus auf die Verkündigung des Evangeliums eine Basis zu schaffen, die die verschiedenen Gruppen in Christus eint". In einer polarisierten Welt würden die Ränder immer stärker: "In der Politik, aber auch in der Kirche besteht eine solche Gefahr." (KNA/gho)