Carina Adams über das Sonntagsevangelium

Der Schatz im Acker – Wie finde ich das Himmelreich?

Kirche auf offenem Feld und Rosenkranz aus Perlen
Bild: Montage katholisch.de SandroSalomon/sergio souza by Canva

Wie komme ich in den Himmel? Immer schön brav sein und die Regeln befolgen? Im Sonntagsevangelium spricht Jesus vom Himmelreich. Seine Gleichnisse zeigen: Das Himmelreich ist etwas Handfestes und eine Sache der Lebenden.

Um die Gleichnisse zu verstehen, müssen wir uns erst einmal von dem Bild lösen, dass "Himmel" nur eine Belohnung für ein Leben nach den richtigen Regeln ist. Das griechische Wort "basileia" bedeutet Königsherrschaft und meint im Neuen Testament die Königsherrschaft Gottes, das "Reich Gottes". Und es ist das Wort, dass bei Lukas verwendet wird, wenn Jesus sagt: "das Reich Gottes ist mitten unter euch" (Lk 17,21).

Jesus spricht also in den Gleichnissen nicht von fernen Dingen am Ende des Lebens, sondern vom schon jetzt greifbaren Reich Gottes. Und mit diesem Himmelreich ist es, wie mit dem Schatz im Acker oder mit der Perle. Um sie zu erlangen, geben beide Menschen ihren ganzen Besitz auf. Nicht weil es "das Richtige" ist oder weil man es sollte, sondern weil ihr ganzer Besitz diese eine Sache wert ist.

Vielleicht erzählt Jesus zwei Gleichnisse, weil die Personen in unterschiedlichen Situationen sind. Der Mann auf dem Acker hat vielleicht gar nicht nach einem Schatz gesucht, der Kaufmann schon. Aber beide haben etwas gefunden, das einfach alles wert ist. Das Himmelreich, das Reich Gottes ist allen Besitz wert.

Natürlich können wir jetzt nicht alles verkaufen und besorgen uns dafür das Reich Gottes mit Quittung. Vielleicht würde aber ein so drastischer Einschnitt in unser Alltagsleben deutlich machen, was der Mann auf dem Acker und der Kaufmann beide tun. Egal ob vielleicht durch Zufall oder nach geplanter Suche: Als sie ihren Schatz entdeckt haben, spielt alles andere keine Rolle mehr.

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, für den die Menschen im Gleichnis bereit sind, allen Besitz aufzugeben. Und sie sind nicht nur bereit dazu, sie tun es auch.

Würde ich auch machen, wenn ich es denn schon gefunden hätte? Ist die Suche im Gleichnis wirklich das Problem? Oder ist das Problem viel eher, sich der Entschlossenheit des Mannes im Acker und des Kaufmanns anzuschließen? Das Reich Gottes, das Himmelreich, das ist laut Jesus schließlich ganz einfach zu finden: "mitten unter euch".

Aus dem Evangelium nach Matthäus (Mt 13,44–52)

In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn und grub ihn wieder ein. Und in seiner Freude ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker.

Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie.

Wiederum ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wurde und in dem sich Fische aller Art fingen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, sammelten die guten Fische in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg.

So wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten ihm: Ja. Da sagte er zu ihnen: Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.

Die Autorin

Carina Adams ist studierte Theologin und Redakteurin bei katholisch.de.

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