Unerlaubte Bischofsweihe noch nicht berücksichtigt

Oberer der "Transalpinen Redemptoristen" wegen Schismas exkommuniziert

Der neugeweihte Bischof Michael Mary (rechts und mit sehr großer goldener Mitra) beim Auszug aus der Kapelle der Klosterinsel Papa Stronsay
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Das kanonische Strafverfahren gegen den Oberen der "Transalpinen Redemptoristen", Pater Michael Mary, hat zu einem Schuldspruch geführt. Am Samstagabend teilte der zuständige Bischof von Aberdeen, Hugh Gilbert, mit, dass das Verfahren beendet und das Urteil verkündet wurde. "Bedauerlicherweise befinde ich Pater Michael Mary für schuldig in den gegen ihn erhobenen Anklagepunkten, insbesondere dem des Schismas. Er wird daher exkommuniziert, aus dem kirchlichen Amt entlassen und von der Feier der Messe sowie der anderen Sakramente ausgeschlossen", heißt es in Gilberts Erklärung. Die zuständigen römischen Dikasterien seien bereits darüber informiert worden.

Im Mai hatte der Bischof von Aberdeen mitgeteilt, dass er bereits einige Monate zuvor aufgrund des Verhaltens des Ordens ein kanonisches Verfahren eingeleitet hat. Die Entscheidung wurde zwar unmittelbar nach Michael Marys unerlaubter Bischofsweihe veröffentlicht, berücksichtigt die von sedisvakantistischen Bischöfen gespendete Weihe aber noch nicht. Gilbert ist zuständig, da es sich bei den "Transalpinen Redemptoristen" um eine Gemeinschaft diözesanen Rechts des Bistums Aberdeen handelt.

"Die von ihnen am 25. Juli durchgeführte Zeremonie verschärft die Situation und setzt Pater Michael Mary sowie die Teilnehmer einer Reihe weiterer kirchenrechtlicher Strafen aus", so Gilbert weiter. Die unerlaubte Bischofsweihe ist eine kanonische Straftat, die mit der Tatstrafe der Exkommunikation belegt ist. Zuständig für Verfahren bei Straftaten gegen den Glauben wie Schisma und Häresie ist in erster Instanz der Diözesanbischof, in zweiter Instanz das römische Glaubensdikasterium als Gerichtsbehörde.

Bischof Pierre Roy (Mitte) spendet Pater Michael Mary (vor ihm) die Bischofsweihe
Bild: © Screenshot FSSR

Bischof Pierre Roy (Mitte) spendet Pater Michael Mary (vor ihm) die Bischofsweihe in der Kapelle der Klosterinsel Papa Stronsay

"Durch diese Ereignisse haben sich die Kongregation und ihr inzwischen abgesetzter Oberer aus der Gemeinschaft mit der katholischen Kirche entfernt, und die Gläubigen der Diözese sollten keinen Kontakt zu ihnen pflegen", betonte der Bischof. Die Kirche fordere alle Beteiligten auf, "Buße zu tun und zu jener Einheit zurückzukehren, die sie einst genossen haben".

Geschichte des Schismas

Der 72-jährige Pater Michael Mary ist der Gründer der "Transalpinen Redemptoristen". Er war zunächst Mitglied des Redemptoristenordens, trat aber 1987 der Piusbruderschaft bei, um 1988 die "Transalpinen Redemptoristen" zu gründen. Der echte Redemptoristenorden distanziert sich deutlich von seinem traditionalistischen Gegenüber.

Die "Transalpinen Redemptoristen" wurden 1988 gegründet und waren zunächst eng mit der Piusbruderschaft verbunden. Nachdem Papst Benedikt XVI. 2007 die Feier der vorkonziliaren Liturgie wesentlich erleichtert hatte, kehrte der Orden 2008 in die volle Gemeinschaft mit dem Papst zurück und wurde unter dem neuen Namen "Söhne des Allerheiligsten Erlösers" als diözesaner Orden des Bistums Aberdeen (Schottland) errichtet. Ein weiterer Sitz ist in Neuseeland. Auch dort kam es zu Konflikten aufgrund von Vorwürfen unerlaubter und übergriffiger Exorzismen.

In jüngerer Zeit kam es zu einer immer extremeren Trennung, unter anderem durch Manifeste, in denen die Päpste seit Paul VI. (1963–1978) und die jüngeren Entwicklungen der Lehre der Kirche abgelehnt werden. Der Orden teilte außerdem mit, dass er ein "unvollkommenes Konzil", also ein Konzil ohne Papst, plane. Als Bischof könnte Pater Michael Mary an dieser Veranstaltung mit Sitz und Stimme teilnehmen. (fxn)