Eine junge Frau kümmert sich ehrenamtlich um einen Senior.
Bischöfe wollen Ehrenamt stärken

Eine Lebensader der Kirche

Ehrenamt - Das Ehrenamt in den deutschen Diözesen soll ein noch stärkeres Gewicht erhalten. Dies teilte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Freitag mit. Durch Personal, Finanzen und Weiterbildung wolle man das Ehrenamt besser unterstützen, um so auf gravierende Veränderungen in Ehrenamt und bürgerschaftlichem Engagement in Kirche und Gesellschaft zu reagieren.

Bonn - 02.11.2012

"Das ehrenamtliche Engagement von Frauen und Männern in Kirche und Gesellschaft zu fördern, ist den deutschen Bischöfen ein wichtiges Anliegen", sagte der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz und Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode. "In der Kirche sind mehr als zwei Drittel aller ehrenamtlich Tätigen Frauen. Daher liegt es nahe, das Thema 'freiwilliges Engagement' geschlechtersensibel anzugehen und auf spezifische Perspektiven von Frauen zu achten."

Studie zum Modellprojekten

Um die gegenwärtigen Veränderungen konkret zu erfassen, wurde 2011 eine Befragung in den deutschen Bistümern durchgeführt. Ihre Ergebnisse liegen jetzt in der Studie "Wandel im Ehrenamt – Entwicklungen und Modellprojekte" vor. Die dritte DBK-Fachtagung zu Fragen der Geschlechtergerechtigkeit hatte 2010 den Anstoß zu der Studie gegeben.

"Der gesellschaftliche Trend gerade bei jüngeren Frauen und Männern hin zur neueren Form freiwilligen Engagements hat erhebliche Konsequenzen für die katholische Kirche", sagte erläutert Hildegund Keul, Leiterin der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz. "Ich hoffe, dass unsere Studie die Motivation vieler Engagierter in Hauptberuf und Ehrenamt stärkt, um den Wandel im Ehrenamt innovativ zu gestalten."

Ehrenamtliches Engagement gibt es vielen kirchlichen Bereichen: in der Jugendarbeit, im sozialen Bereich, aber auch bei der Unterstützung des Pfarrers bei Gottesdiensten oder in Gremien wie dem Pfarrgemeinderat. Nicht nur in der Kirche, sondern auch in der gesamten Gesellschaft ist das Ehrenamt eine wichtige Stütze in der sozialen und gesellschaftlichen Arbeit in Deutschland. Vielfach könnten caritative Angebote ohne diese unentgeltliche Hilfe nicht aufrechterhalten werden.

Über die Zahl der Menschen, die sich Deutschland freiwillig engagieren, gibt es unterschiedliche Angaben. Einer Veröffentlichung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zufolge waren 2009 36 Prozent der Menschen ab 14 Jahren freiwillig engagiert, viele davon im kirchlichen Bereich.

Hinweis: Die Studie "Wandel im Ehrenamt – Entwicklungen und Modellprojekte" wird von der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz herausgegeben und kann dort kostenlos bestellt werden (Email: ; Telefon: 0228/24 39-412/-411 Fax: 0228/7218817).

(meu)