Bischofskonferenz informiert über Weltjugendtag

Eine Pilgerreise der Barmherzigkeit

Eine Pilgerreise der Barmherzigkeit
Bild: picture-alliance/dpa/dpaweb/Rolf Vennenbernd

"Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden" (Mt 5, 7) lautet das Motto des diesjährigen Weltjugendtags. "Barmherzigkeit ist ein aktuelles Thema auch für Jugendliche", erklärte Wiesemann dazu vor Pressevertretern bei der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz. So stellten sich gerade junge Menschen die Frage, wie ihr Leben trotz Schwierigkeiten und Momenten des Scheiterns in Ausbildung und Beruf gut gelingen könne. "Diese schmerzhaften Erfahrungen führen zu der nicht einfachen Erkenntnis, dass auch ich auf die Hilfe anderer angewiesen bin", so Wiesemann.

Johannes Paul II. initiierte die Jugendtreffen

Diese Erfahrung gegenseitiger Hilfe verbinde "sich auch tief mit Johannes Paul II., der ja in besonderer Weise für die Weltjugendtage steht", erklärte Wiesemann weiter. Der Heilige sei selbst ein großes Vorbild der Barmherzigkeit gewesen. Der ehemalige Erzbischof von Krakau initiierte während seines Pontifikats die Weltjugendtage. Johannes Paul sei in Polen "unübersehbar, gerade in Krakau". Dennoch sollte der Weltjugendtag laut Wiesemann "keine Nostalgie-Tage sein", Papst Franziskus sei den Jugendlichen von heute deutlich näher und setze auch eigene Akzente beim Thema Barmherzigkeit.

"Macht euch auf und kommt mit"

"Macht euch auf und kommt mit": Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann lädt zum Weltjugendtag in Krakau ein.

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Der 31. Weltjugendtag wird vom 25. bis zum 31. Juli 2016 in Krakau stattfinden. Bereits ab dem 20. Juli sollen die Teilnehmer über die Diözesen des Landes verteilt in sogenannten Tagen der  Begegnung die Möglichkeit haben, mit polnischen Jugendlichen in Kontakt zu kommen. Nach derzeitigen Schätzungen geht die Deutsche Bischofskonferenz davon aus, dass aus Deutschland etwa 16.000 Jugendliche zum WJT in Krakau reisen werden, erklärte Paul Metzlaff von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der DBK (afj). Die meisten Pilger würden demnach aus dem zahlenmäßig größten deutschen Bistum, der Erzdiözese Köln, erwartet.

Neue WJT-App

Als Service für die Pilger stellt die afj in diesem Jahr erstmals eine WJT-App für das Smartphone bereit. "Wir sollen ja als Kirche auch ein Stück weit mit der Zeit gehen", erklärte Metzlaff dazu. Derzeit befinde sich die Anwendung noch in der Entwicklungsphase. Die Jugendlichen könnten dann während des Weltjugendtags damit nicht nur ein digitales Programm abrufen,  sondern auch per Navigationsfunktion etwa zur nächstgelegenen Katechese finden.

"Von Madrid hab ich einfach megacoole Erfahrungen mitgenommen ", berichtete die 20-jährige Magdalena Hartmann vom WJT in Madrid im Jahr 2008. Die junge Frau will auch in diesem Jahr wieder dabei sein, wenn sich die Jugend der Welt trifft. "Ich möchte wieder das gleiche Gänsehautgefühl wie damals." Ähnlich geht es dem 19-jährigen Jonas Lixenfeld, wie Hartmann aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Er war bereits Teilnehmer beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro 2013. "Die zweieinhalb Wochen in Brasilien waren die schönsten, die ich bis jetzt gehabt habe", sagte Hartmann. Die Katechesen habe er dabei als besonders wertvoll wahrgenommen. Die Teilnahme des Papstes sei "das I-Tüpfelchen".

Bischof Wiesemann zusammen mit Jugendlichen und einem Priester
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Pressekonferenz zum Weltjugendtag in Krakau bei der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.

Bei aller Vorfreude auf das zu erwartende Glaubensfest schlugen die Verantwortlichen der DBK auch nachdenkliche Töne an. Papst Franziskus will seine Teilnahme am Krakauer Jugendtreffen zum Anlass nehmen, das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau zu besuchen. Dieser Ort erinnere daran, dass aus der Glaubensfreude auch eine Verantwortung für die Welt entspringe, erklärte Wiesemann. "Der Ruf nach Barmherzigkeit dringt von dort gerade auch in unsere heutige gesellschaftliche Situation in Deutschland."

Zwischen Jubel für den Papst und Besuch in Auschwitz

In der Vorbereitung des WJT seien bereits im vergangenen Jahr verschiedene Gruppen aus den deutschen Bistümern nach Auschwitz gefahren, um sich mit der Geschichte auseinander zu setzen. Besuche an der Stätte der Massenvernichtung während des Weltjugendtags seien jedoch ein ungleich schwierigeres Unterfangen, so Wiesemann. "Im einen Moment juble ich dem Papst zu, im nächsten stehe ich in Auschwitz." Es gelte für die Besucher daher, eine besondere Sensibilität zu entwickeln um dem Ort und seiner Geschichte gerecht zu werden.

Inwiefern auch die anhaltende Flüchtlingskrise einen Einfluss auf das Jugendtreffen haben wird, ist laut Metzlaff derzeit noch nicht abzusehen. Während der Tage der Begegnung sei es denkbar, dass WJT-Teilnehmer an Hilfsprojekten in Polen mitwirken. Zudem sei das katholische Büro in Berlin derzeit in politischen Gesprächen, um Möglichkeiten abzustecken, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eine Reise zum WJT in Polen zu ermöglichen.

Linktipp: Vollversammlungen

Zweimal im Jahr trifft sich die Deutsche Bischofskonferenz zu Vollversammlungen: Im Frühjahr an wechselnden Orten, im Herbst immer in Fulda. Die Themenseite bündelt die Berichterstattung von katholisch.de zu den Versammlungen.

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Kilian Martin