So könne die Vielfalt auch als Profillosigkeit gesehen werden, schreibt Sternberg in einem Buch zum 100. Deutschen Katholikentag Ende Mai in Leipzig. Es sei schwierig geworden, eine zentrale Botschaft zu vermitteln. Sternberg fragte auch, ob ein zweijähriger Veranstaltungsrhythmus mit ständig wechselnden Veranstaltungsorten effektiv sei. Ebenso sei die Finanzierung solcher Großereignisse und insbesondere die Beteiligung der gastgebenden Städte unsicher geworden.
Gesellschaftlich Einfluss nehmen
Der ZdK-Präsident versicherte zugleich, dass "große Foren" wie die Katholikentage auch angesichts eines schwindenden Anteils der Christen in der Gesellschaft wichtig seien. Der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf appellierte ebenfalls an die Organisatoren des Katholikentags, die Veranstaltungen als Chance zu begreifen. Schon beim allerersten Katholikentag 1848 hätten sich die Katholiken angesichts von Revolution und gesellschaftlichem Umbruch nicht hinter Kirchenmauern verschanzt, sondern die Chance ergriffen, um gesellschaftlichen Einfluss zu nehmen.
Hintergrund: Katholikentag
In der Regel alle zwei Jahre finden Katholikentage statt - als nächstes vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig. Die Katholikentage verstehen sich als Foren des Gesprächs zwischen Kirche und Gesellschaft. Die Themenseite gibt einen Überblick über die katholisch.de-Berichterstattung zu den Katholikentagen.
Zur ThemenseiteDer ZdK-Präsident äußerte sich bei einer Buchpräsentation zum 100. Deutschen Katholikentag, der Ende Mai in Leipzig stattfindet. Autoren des bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft erschienenen Buches "Hundert Katholikentage" sind Wolf und der Kirchenhistoriker Holger Arning. In der 256 Seiten umfassenden Publikation wird jeder einzelne Katholikentag episodenhaft vorgestellt. Nach den Worten der Autoren werden die Bedeutung der Katholikentage sowie des sozialen und politischen Katholizismus für Gesellschaft und Demokratie in Deutschland oft unterschätzt.
Der 100. Katholikentag vom 25. bis 29. Mai steht unter dem Motto "Seht, da ist der Mensch". Zu den rund 1.000 Einzelveranstaltungen während des fünftägigen Großevents werden zehntausende Gäste aus ganz Deutschland erwartet, darunter neben hochrangigen Kirchenvertretern auch Bundespräsident Joachim Gauck und viele Mitglieder des Bundeskabinetts. (KNA)