Das Treffen in Leipzig endet am Sonntag mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und das gastgebende Bistum Dresden-Meißen zogen als Veranstalter eine zufriedene Bilanz. Den Jubiläumskatholikentag in eine Stadt zu holen, in der nur rund vier Prozent Katholiken leben, habe sich als richtig erwiesen, sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg.
Kutschke: Leipzig offene und tolerante Stadt
Der Diözesanadministrator des Bistums Dresden-Meißen, Andreas Kutschke, sagte, Leipzig habe sich als "offene und tolerante Stadt" gezeigt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, kommentierte den geringen Christenanteil in Leipzig mit den Worten: "Es geht nicht darum, ob wir viele sind, sondern ob wir viel zu sagen haben."
Sternberg forderte alle Christen auf, Populisten entschieden entgegenzutreten: "Wir dürfen nicht die Deutungshoheit darüber verlieren, was christlich ist. Das Christentum setzt nicht auf Abgrenzung, sondern auf Integration." Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kritisierte rechtspopulistische Parteien in Europa. Deren Bezugspunkt seien nicht die allgemeingültigen Menschenrechte, sondern "nationale Gruppenzugehörigkeiten" und "völkisches Gedankengut".
Die Spitzenvertreter der großen Kirchen riefen zu mehr Fantasie in der politischen Debatte auf. Kardinal Marx wandte sich in der Flüchtlingsdebatte gegen eine einseitige Konzentration auf die Frage sicherer Grenzen, "um die Armen dieser Welt abzuwehren". Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, warnte davor, moralische Standards zu senken, nur weil sich die politische Situation von diesen entferne.
Weiter diskutiert wurde der Ausschluss der AfD von Podien des Katholikentags. Das ZdK verteidigte diesen Schritt und erhielt dafür Rückendeckung unter anderen von Sigmar Gabriel. AfD-Chefin Frauke Petry erneuerte am Rande des Katholikentags ihre Kritik an der Entscheidung.
Polizeisprecherin: Wie erwartet keine Probleme
Insgesamt nahmen laut Veranstalter bisher rund 34.000 Dauerteilnehmer und etwa 6.000 Tagesgäste am Katholikentag teil. Dieser sei "wie erwartet" ohne Probleme verlaufen, so die Leipziger Polizeisprecherin Katharina Geyer. Das gelte auch für Gegendemonstrationen, die am Rande des Christentreffens stattgefunden hatten. Dazu zählte ein Zug mehrerer hundert TTIP-Gegner durch die Leipziger Innenstadt. (KNA)
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