Papst Franziskus sitzt während einer Audienz an seinem Schreibtisch.
Auch der Organhandel soll weltweit als Verbrechen geahndet werden

Papst unterzeichnet Erklärung gegen Menschenhandel

Menschenrechte - Als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" sollen demnach Menschenhandel, Zwangsarbeit, Prostitution und Organhandel verfolgt werden. Dies gelte auch für damit zusammenhängende organisierte Kriminalität.

Vatikanstadt - 05.06.2016

Der Kampf gegen solche Verbrechen sei ein "moralischer Imperativ" für alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen. Die Erklärung wurde zum Abschluss einer internationalen Tagung von Rechtswissenschaftlern und Richtern im Vatikan verabschiedet.  Das Papier ruft Regierungen weltweit zu einem härteren Vorgehen gegen moderne Sklaverei und einer strengeren Bestrafung auf. Beschlagnahmtes Vermögen von Menschen- oder Organhändlern und anderen Tätern solle zur Entschädigung und Rehabilitierung der Opfer eingesetzt werden.

Mehr Schutz und Beistand für Opfer gefordert

Umgekehrt seien der Schutz und der Beistand für Opfer zu erhöhen, etwa auch mit Visa-Erleichterungen und Maßnahmen zur gesellschaftlichen Wiedereingliederung. Weiter verlangt das Dokument, Organhandel weltweit zum Verbrechen zu erklären und entsprechend international zu ahnden. Beim Vorgehen gegen Prostitution müsse auch die Bestrafung der Kunden gesetzlich verankert werden. Opfer von Menschenhandel dürften nicht als illegal eingereiste Migranten behandelt werden; ihre Rückführung in die Herkunftsländer könne keine Standardlösung sein, weil sie damit möglicherweise einer erneuten Verschleppung ausgesetzt seien, heißt es in der zehn Punkte umfassenden Erklärung. (KNA)

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Laut Schätzungen sind rund 35 Millionen Menschen auf der Welt Opfer von organisiertem Menschenhandel. Sie werden als Zwangsarbeiter und, vor allem Frauen und Kinder, als Prostituierte oder auch für den Organhandel ausgebeutet. Im Kampf gegen den Menschenhandel setzt die Kirche auf internationale und interreligiöse Zusammenarbeit.