Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn dankte in einem Grußwort allen Teilnehmern für ihre Solidarität "mit unseren verfolgten Brüdern und Schwestern". Die Christen der Frühzeit hätten davon gesprochen, dass das Blut der Märtyrer der Samen der Christen sei, erinnerte der Kardinal: "Dieser Samen wird aufgehen in Früchten der Dankbarkeit und Versöhnung."
Diakoniedirektor Michael Chalupka unterstrich in seiner Predigt das Recht auf den freien Wechsel der Religionszugehörigkeit. Konvertiten müssten in vielen muslimischen Ländern mit dem Schlimmsten rechnen. Wer sich in Österreich taufen lassen wolle, der habe dazu das Recht; die Taufe werde aber niemals leichtfertig gespendet. Wenn jemand behaupte, dass sich Menschen hierzulande mit der Taufe einen Asylstatus erschleichen wollten, dann sei diese Unterstellung auf das Schärfste zurückzuweisen, so Chalupka.
Keine Rede von systematischer Verfolgung
Der Diakoniedirektor räumte ein, dass es auch in Österreich in Flüchtlingsquartieren zu Konflikten komme. Diese hätten unter anderem ethnische und religiöse Gründe. Er weise jedoch jede Rede von einer systematischen Christenverfolgung in solchen Quartieren zurück, so Chalupka. Dies würde wieder Angehörige anderer Religionen pauschal diskriminieren.
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Christen gelten als eine der am stärksten verfolgten religiösen Gruppen weltweit. Oft haben sie unter Repressalien zu leiden. Katholisch.de informiert über alles Wichtige zum Thema.
Zur ThemenseiteAn der 12. Kirchennacht nahmen nach Angaben der Veranstalter insgesamt mehr als 330.000 Besucher teil. Dabei öffneten in der Nacht zum Samstag rund 800 Kirchen und Klöster ihre Türen für mehr als 3.000 Ausstellungen, Führungen, Konzerte, Lesungen und Gottesdienste. Die Lage der verfolgten Christen weltweit bildete dabei den thematischen Schwerpunk. Die Besucherzahl sei angesichts der Fußballkonkurrenz - zeitgleich fand in Frankreich das Eröffnungsspiel der Europameisterschaft statt - als großer Erfolg zu werten, betonten die Veranstalter. Im Vorjahr hatten den Angaben zufolge rund 350.000 Menschen an der Kirchennacht teilgenommen.
Der "Steffl" als Besuchermagnet
Besonderer Andrang herrschte den Angaben zufolge in der Wiener Innenstadt. Besuchermagnet Nummer eins war demnach erneut der Stephansdom, der jedes Jahr in der "Langen Nacht" bis zu 50.000 Menschen anzieht. Einen Besucherrekord verzeichnete die Diözese St. Pölten. Zu Gesprächen, Ausstellungen, Gottesdiensten kamen rund 30.000 Besucher. (KNA)
11.06., 11:55 Uhr: Ergänzt um Informationen zur Veranstaltung