Landesregierung hat keine Erkenntnisse über religiöse Übergriffe

NRW: Kein besonderer Schutz für Christen

Eine Hand hält ein Kreuz.
Bild: KNA

Daher sehe er aktuell keine Notwendigkeit, den Kommunen Handlungsempfehlungen für die Unterbringung christlicher Flüchtlinge an die Hand zu geben. Zugleich räumte Jäger ein, bei der Polizei sei eine automatisierte Auswertemöglichkeit für die Anzahl der Strafdelikte auf christliche Flüchtlinge durch Muslime "nicht vorhanden".

Zweifel an Zahlen von Open Doors

Zuletzt hatte eine Erhebung des christlichen Hilfswerks "Open Doors" über religiös motivierte Übergriffe für Schlagzeilen gesorgt. Verschiedentlich wurden Zweifel an den Zahlen geäußert, denen zufolge bundesweit mehr als 80 Prozent der christlichen Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen Schikanen bis hin zu Körperverletzung und Todesdrohungen durch muslimische Asylsuchende ausgesetzt seien. "Open Doors" widersprach dem Vorwurf mangelnder Seriosität.

Der NRW-Innenminister bestätigte, dass die Unterbringung von Flüchtlingen unterschiedlicher Ethnien und Glaubensrichtungen auf engem Raum in den Unterkünften "grundsätzlich zu zwischenmenschlichen Konflikten" führe. Davon seien aber alle Ethnien betroffen. Ein Schwerpunkt bei Personen mit christlichem Glauben sei bei diesen Auseinandersetzungen bislang nicht erkennbar.

Jäger: Nehmen Befürchtungen sehr ernst

In der Vergangenheit habe die Landesregierung keine Kenntnisse darüber erlangt, dass die von "Open Doors" kritisierten Zustände in Flüchtlingsunterkünften auf Einrichtungen in NRW zuträfen. Auch die in die Flüchtlingsbetreuung eingebundenen christlichen Hilfsorganisationen wie Caritas, Diakonie oder Malteser hätten dies nicht bestätigt. Dennoch sei sich die Landesregierung der "besonderen Schutzbedürftigkeit" christlicher Asylbewerber "sehr wohl bewusst" und nehme deren Befürchtungen "sehr ernst", versicherte Jäger. (KNA)

Themenseite: Auf der Flucht

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