Christophorus

Als Schutzpatron der Autofahrer erfreut sich Christophorus in Deutschland noch heute besonderer Beliebtheit. Wer der Legende nach als Riese das Jesuskind höchstpersönlich über einen Fluss getragen haben soll, der wird gewiss für eine sichere Fahrt sorgen können. Historisch ist die Person des Christophorus nicht mehr zu fassen, denn sein Name (zu Deutsch "Christusträger") wurde in der Antike als genereller Ehrentitel für Märtyrer verwendet. Und so verbanden sich je nach Ort und Zeit ganz unterschiedliche Traditionen mit diesem Heiligen. Im Mittelalter sollte er vor der größten Angst der damaligen Menschen schützen: dem plötzlichen Tod. Ostkirchliche Darstellungen des Christophorus als Hundsköpfiger erinnern auch optisch an ebenfalls hundeköpfigen altägyptischen Totengott Anubis. In der mittelalterlichen Schaufrömmigkeit sollte allein der Blick auf Christophorus genügen, um zumindest für einen Tag vor dem plötzlichen Tod ohne Sakramente sicher zu sein. Darum wurden vor allem an den Wänden von Wegkirchen riesige Christophorusbilder angebracht. In der katholischen Kalenderreform von 1962 wurde Christophorus zunächst gestrichen, weil seine Existenz legendär sei. Im deutschen Regionalkalender blieb er jedoch aufgrund seiner traditionellen Verehrung bis heute bestehen.