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Welche Freiheit bietet Jesus? Glaube.Leben.

Die Freiheit zu wählen ist für uns ein hohes Gut. Mit steigendem Alter und steigenden Verpflichtungen lernen wir aber, dass wir nicht immer so frei sind, wie wir es vielleicht gerne wären. Welche Chance Jesus uns offenbart, erfahren Sie im Video.

Video im Wortlaut

Freiheit bedeutet normalerweise, dass ich tun und lassen kann, wonach mir der Sinn steht. Und wenn das nicht der Fall ist, liegt das entweder daran, dass mir das nötige Kleingeld zur Verwirklichung meiner Träume fehlt, oder aber, dass ich zu viel Verantwortung übernommen habe. In der Bibel bietet auch Jesus Freiheit an. Und zwar im Johannes-Evangelium gibt er den Satz von sich, in dem es heißt: "Frei seid ihr wirklich erst dann, wenn euch der Sohn befreit hat." An dieser Stelle drängt sich geradezu die Frage auf: Was um alles in der Welt kann dieser Jesus mir bieten, damit ich mehr Freiheit in meinem Leben erfahre?

Tatsächlich merkt der Mensch mit zunehmendem Alter und zunehmender Erfahrung, dass Freiheit nicht eine reine Frage des Wählbaren und Machbaren ist. Und dass das Bild vom Cowboy, der in die Weite der Prärie reitet, am Ende nur ein Klischee und eine Illusion von Freiheit ist. Denn zu fragen bleibt, was der Cowboy gewinnt, wenn er ständig nur davonreitet. Was unterscheidet seine Bindungslosigkeit am Ende von Haltlosigkeit? Und was unterscheidet seine ständige Möglichkeit zu Richtungswechseln von absoluter Ziellosigkeit? Ein Mensch, der so immer wieder nur davonreitet, der muss sich am Ende fragen lassen, wozu er eigentlich frei sein wollte. Ein Mensch, der auf diese Art und Weise alle Bindungen und alle Verantwortungen meidet, der realisiert am Ende nicht, dass er das entscheidende Problem überall mit hinnimmt, nämlich sich selbst. Wir sind nicht in der Lage, uns selbst zu erlösen, uns selbst zu retten. Denn ansonsten könnte sich der Jähzornige schlicht und ergreifend von heute auf morgen dazu entscheiden, friedfertig zu werden. Und der Mutlose und Ängstliche, der könnte morgen sich dazu entscheiden, die ganze Welt zu erobern. Aber so einfach ist es nicht. Wir werden uns, unsere Ängste, unsere Zwänge, unsere Antreiber einfach nicht los. Ich bin eben nicht in der Lage, mich selbst zu erlösen.

Und genau an diesem Punkt möchte mir Jesus sein Freiheitsangebot unterbreiten. Eine Freiheit, die ich nur finden werde, wenn ich mich auf eine Beziehung zu ihm einlasse. Er möchte mir die letzte und existentielle Sorge dieses Lebens abnehmen. Nämlich, dass das Scheitern und Gelingen nicht von mir abhängt, sondern in der Beziehung zu ihm schon beantwortet ist: Dieses Leben wird ein gutes und gelingendes Ende finden. Und indem ich von dieser existentiellen Sorge befreit bin, kann ich mich in einer ganz anderen Freiheit meinen Projekten, Problemen und Herausforderungen widmen. Ich kann von dieser letzten Sorge befreit in einer neuen Offenheit und mit einer neuen Leichtigkeit auch die Dummheiten, das Scheitern und die Begrenzung meines Lebens annehmen. Das ist eine Freiheit, die mich öffnet: für Projekte, für Beziehungen und für die Herausforderung dieses Lebens.

Im Video-Format "Glaube.Leben." beantwortet Christian Olding Fragen, die sich jeder irgendwann einmal stellt. Die katholisch.de-Serie will Orientierung für das eigene Leben mit dem Glauben geben. Aus seiner persönlichen und beruflichen Erfahrung heraus nimmt Pfarrer Olding den Zuschauer an die Hand. Dabei bedient er sich in gewohnter Manier klarer Worte und Bilder. Jeden ersten Dienstag im Monat erscheint eine neue Folge auf katholisch.de und in unserem YouTube-Kanal.