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Franklin auf der Kinderkrebsstation

Der Verein "Hand in Hand" hilft dort, wo staatliche Maßnahmen nicht greifen. Seine Artistengruppe "Helping Hands on Tour" besucht Kinderkrebsstationen in ganz Deutschland.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 2000 Kinder an Krebs. Luisa ist eines davon. Das achtjährige Mädchen hat ein Neuroblastom, eine Nebenform der Leukämie - eher untypisch für ihr Alter. Ende letzten Jahres die ersten Anzeichen der Krankheit: Luisa war ständig müde und schlapp und am Kopf bildeten sich verknöcherte Verformungen. Das Blutbild brachte die bittere Gewissheit: Diagnose Krebs. Nun wird Luisa auf der Kinderkrebsstation der Kölner Uni-Klinik bereits mit ihrer sechsten Chemotherapie behandelt. Ihr Kopf ist nackt, ihr Körper schmal, doch wenn Luisa lacht, dann strahlen ihre Augen. Mit Lachen und Freude gegen Schmerz und Leiden: das ist das Motto der Artistengruppe >Helping Hands on Tour< rund um SAT.1-Moderator und Zauberer Franklin. Bereits im dritten Jahr besucht die Artistengruppe des Vereins >Hand in Hand for Children< auf ihrer mehrwöchigen Tour Kinderkrebsstationen quer durch die Republik. Von Bauchredner Serge mit seinem Vogel, über das mittelalterliche Musiktrio Ssälawi und den Clown Au-Backe bis zu den Zaubertricks des prominenten Moderators: durch die halbe Stunde Powerprogramm vergessen die Kinder für kurze Zeit ihr schweres Schicksal. Seit Gründung des Vereins 1996 engagiert sich Moderator Franklin ehrenamtlich bei >Hand in Hand< und hilft auf kleiner Bühne mit dem, was ihm - neben dem Fernsehen - Spaß macht: dem Zaubern. Und wenn sich nach dem Gratisauftritt Blutbild und Blutwerte der Kinder verbessern, ist das immer wieder ein verblüffender Erfolg für Franklin und die ganze Truppe. Auch Professor Dr. Frank Berthold, Leiter der Kinderonkologie und -hämatologie der Uniklinik Köln misst der Veranstaltung der >Helping Hands on Tour< einen hohen Stellenwert für den Heilungsprozess der Kinder zu. Auch wenn sich Lebensfreude medizinisch nicht in Zahlen messen lässt, stärkt sie doch die Kinder für kräftezehrende Therapien und hilft ihnen, ihre Situation insgesamt ein wenig leichter zu nehmen. Auf der Station sind Kinder zwischen null und 18 Jahren mit Blutkrebs, Knochen- , Weichteil- oder Hirntumoren und Neuroblastomen. Trotz der heutigen Heilungschance von etwa 70 Prozent, bleibt der Tod ein ständiger Begleiter für Kinder und Pflegekräfte. Im Durchschnitt sterben jährlich 20-25 Kinder auf der Station. Der Verein >Hand in Hand< will dort helfen, wo staatliche Maßnahmen nicht greifen. Durch Musikevents mit bekannten Popbands (u.a. Backstreet Boys, Mr. President), das Engagement vieler Prominenter (u.a. Peter Maffay, DJ Bobo, Kai Pflaume) oder den Verkauf von CDs und Fernsehlizenzen konnten schon mehr als 6 Millionen Mark unbürokratisch verteilt werden: zum Kauf von Elternhäusern, die kostenlos genutzt werden können, zur Anschaffung technischen Equipments für Kliniken, für Einzelfallhilfen oder zur Erforschung von neuen Methoden der Krebsheilung. So wie in Köln: hier erhielt die Neuroblastomforschung eine Spende von einer glatten Million Mark. Auch Luisa kam von Mainz nach Köln, weil diese Forschungsrichtung hier am weitesten fortgeschritten ist. Bisher überstand sie alle Behandlungen ohne schwere Nebenwirkungen, denn Luisa ist nicht nur körperlich stark, sondern auch mental. Und so hat die >eiserne Lady< - wie sie ihr Vater liebevoll nennt - gute Chancen, den Krebs in ihrem Körper für immer zu besiegen.