Bischof Oster feiert einen Gottesdienst.
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Passauer Oberhirte verteidigt traditionelle Glaubens- und Segenspraxis

Bischof Oster: Kein Segen für nichteheliche Beziehungen

Lebensformen außerhalb dessen, was die Kirche unter Ehe verstehe, könnten bislang nicht offiziell gesegnet und damit gutgeheißen werden, betont Passaus Bischof Stefan Oster. Doch eine Änderung wäre möglich.

Passau - 03.12.2018

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat die traditionelle katholische Glaubens- und Segenspraxis im Umgang mit sexuellen Beziehungen verteidigt. In einem am Sonntag auf seiner Internetseite veröffentlichten Beitrag legt der Bischof dar, warum aus seiner Sicht "Lebensformen außerhalb dessen, was die katholische Kirche unter Ehe versteht", nicht offiziell gesegnet und damit gutgeheißen und bejaht werden können. Letztlich sehe die Kirche jeden sexuellen Akt außerhalb der Ehe als sündig und ungeordnet an.

Mensch ist nicht "allein das Produkt der biologischen Evolution"

Vor einer Änderung der seelsorglichen Praxis müsste eine "für die ganze Kirche stimmige und aus meiner Sicht dann auch neuere Lehre vom Menschen vorgebracht" werden, schreibt der Bischof. Die bisher dazu unternommenen Versuche überzeugten ihn jedoch nicht. Zustimmung äußert Oster zur häufig erhobenen Forderung, die Kirche müsse in der Bewertung von Sexualität neuere wissenschaftliche Einsichten zur Kenntnis nehmen. Allerdings sei die humanwissenschaftliche Forschung gerade zur menschlichen Sexualität und ihrer Entwicklung "nicht selten ideologieanfällig". Aus christlicher Sicht sei der Mensch mehr als "allein das Produkt der biologischen Evolution".

Die Kirche sei zugleich herausgefordert, alle Menschen "aufrichtig zu begleiten, die sich schwer damit tun, ihr eigenes Leben mit der Lehre des Glaubens in Übereinstimmung zu bringen", schreibt der Jugendbischof der Deutschen Bischofskonferenz. Frauen und Männer der Kirche seien gerufen, "mit ausnahmslos jedem Menschen mitzugehen, ihn willkommen zu heißen, zu begleiten, wie heil oder gebrochen auch immer seine Lebensverhältnisse sich uns darstellen". Angesichts der Komplexität jedes Lebensweges könne es dann Situationen geben, "die nicht einfach oder ausschließlich von einem Standpunkt des Glaubensgesetzes her beurteilt oder gar verurteilt werden können". (KNA)