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Böhme, Fayyad und Hanke-El Ghomri heißen die Preisträger

Das sind die Sieger des Katholischen Medienpreises 2018

Behinderungen, Krieg, Flucht: Es sind Themen, über die niemand gerne spricht und die gerade deshalb Beachtung verdienen. Die Journalisten, die den Medienpreis der Bischöfe erhalten, haben sich damit befasst.

Bonn - 16.07.2018

Der Katholische Medienpreis geht in diesem Jahr an den freien Journalisten Johannes Böhme, den syrischen Filmemacher Feras Fayyad und die ARTE-Beauftragte Gudrun Hanke-El Ghomri, wie die Deutsche Bischofskonferenz am Montag in Bonn mitteilte. Den Sonderpreis der Jury erhalten Katja Grundmann und Anna Sprockhoff, die beide für die Landeszeitung für die Lüneburger Heide arbeiten.

Böhme wird in der Kategorie Printmedien für seinen Artikel "Sorgenkinder" ausgezeichnet, der in der Süddeutschen Zeitung erschienen ist. Er berichtet über Kinder mit körperlichen Behinderungen, die er als Zivildienstleistender täglich begleitet und neun Jahre später wieder besucht hat, um zu sehen, wie ihr Leben mit Handicap weiter verlaufen ist. "Der Beitrag weckt tiefes Verständnis für Menschen, denen der Lebensrucksack schon in Kindertagen vollgepackt wird", heißt es in der Begründung für die Preisvergabe. Die Jury hebt vor allem den hohen Rechercheaufwand und brillanten Schreibstil hervor.

In der Kategorie Elektronische Medien werden Feras Fayyad und Gudrun Hanke-El Ghomri für ihren Film "Die letzten Männer von Aleppo" ausgezeichnet. Fayyad hat die zivile Hilfstruppe der Vereinten Nationen, die sogenannten Weißhelme, zwei Jahre lang bei ihrer Arbeit im Kriegsgebiet Aleppo begleitet. Die Protagonisten des Films, Mahmoud und Khaled, lassen den Zuschauer an ihrem Alltag teilhaben, zudem die Suche nach Leichenteilen und die Bergung toter Kinder gehören. "Der Dokumentarfilm zwingt den Zuschauer zu verstehen, wovor die Menschen in Syrien fliehen", erklärt die Bischofskonferenz. Die Jury lobt vor allem, dass der Beitrag das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein fördere und fordere. Hanke-El Ghomri hatte die Kinofassung für ein Fernsehformat (ARTE) redaktionell bearbeitet und somit einem größeren Fernsehpublikum zugänglich gemacht.

Ein Einblick, der möglicherweise Vorurteile abbaut

Den Sonderpreis der Jury bekommen Katja Grundmann und Anna Sprockoff für ihren Beitrag "Aufwachsen als Flüchtlingskind – Ein Jahr danach". Die Autorinnen hatten geflüchtete Familien begleitet und ein Jahr später nochmal besucht. "Ein eindrucksvoller Einblick in Familien, der möglicherweise Vorurteile abbauen und Verständnis für die Situation von (zunächst) fremden Menschen in Deutschland schaffen kann", heißt es zur Preisvergabe.

Der diesjährige Katholische Medienpreis wird am 4. Oktober 2018 im Westhafen Pier in Frankfurt am Main vom Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Gebhard Fürst, überreicht. Seit 2003 wird er jährlich von der Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten und dem Katholischen Medienverband ausgeschrieben. (evb)