Deutsche Bischöfe formulieren Zehn-Punkte-Plan gegen Klimawandel
Neues DBK-Papier erschienen

Deutsche Bischöfe formulieren Zehn-Punkte-Plan gegen Klimawandel

"Die Zeit, in der die Menschheit dem gefährlichen Klimawandel noch Einhalt gebieten kann, neigt sich dem Ende zu": Die deutschen Bischöfe warnen eindringlich – und veröffentlichen ihre eigenen "Zehn Thesen zum Klimaschutz".

Bonn - 03.04.2019

Deutschland muss nach Ansicht der katholischen Bischöfe mehr Tempo im Kampf gegen den Klimawandel machen. Es gelte, die sogenannte Treibhausgasneutralität so früh wie möglich, spätestens jedoch bis 2050 zu erreichen, heißt es in einem Zehn-Punkte-Papier, das die Deutsche Bischofskonferenz am Mittwoch in Bonn vorlegte.

Darin werben die Bischöfe für einen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und bekennen sich zu dem Ziel, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf höchstens 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

"Die Industriestaaten können und müssen mehr für einen konsequenten Klimaschutz leisten", mahnen die Bischöfe. "Jedes Zehntel Grad Temperaturanstieg, das verhindert wird, bedeutet Vermeidung von Leid und Rettung von Leben." Politik solle dabei alle Handlungsfelder - Energiewirtschaft, Gebäude, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft - in den Blick nehmen und einen "langfristig verlässlichen Rahmen" schaffen.

"Anwältin der Armen, Schwachen und Benachteiligten"

Kirche selbst wolle in ihrem Alltag den Klimaschutz weiter verankern, für den Erhalt der Schöpfung eintreten und als "Anwältin der Armen, Schwachen und Benachteiligten" ihre Stimme erheben. Gleichzeitig seien alle Menschen aufgerufen, durch einen umweltschonenden Lebensstil, etwa bei Ernährung und Mobilität, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. "Dies bedeutet auch weniger Fleisch und Milchprodukte, mehr Lebensmittel aus nachhaltiger Produktion und eine klimafreundliche Mobilität."

Als eine Frage der Gerechtigkeit und der politischen Klugheit bezeichnen die Bischöfe das Vorhaben, mehr Ressourcen in die Vorsorge zur Minderung des Klimawandels und zur Anpassung an seine Folgen zu investieren. "Darüber hinaus erweist sich dies zunehmend als wichtiger Beitrag zur Friedenssicherung und internationalen Bekämpfung von Fluchtursachen."

Bereits 2006 hatten sich die Bischöfe mit einem ähnlichen Text zu dem Thema zu Wort gemeldet. Die nun vorgelegten "Zehn Thesen zum Klimaschutz" wurden von der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen unter Vorsitz des Münsteraner Weihbischofs Rolf Lohmann zusammengetragen. Die Arbeitsgruppe ist Teil der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz. In seinem Vorwort betont Sozialbischof Franz-Josef Overbeck: "Die Zeit, in der die Menschheit dem gefährlichen Klimawandel noch Einhalt gebieten kann, neigt sich dem Ende zu." (KNA)