"Die meisten Menschen leiden unter modernen Kirchen"
Rund 1.000 Besucher bei der ersten "Schön"-Konferenz

"Die meisten Menschen leiden unter modernen Kirchen"

Zur ersten "Schön"-Konferenz des Augsburger Gebetshauses kamen über 1.000 Menschen. "Eine Revolution der Schönheit" habe begonnen, bilanzierte Initiator Johannes Hartl. Ein Fan moderner Kirchenarchitektur ist er aber offenbar nicht.

Augsburg - 17.06.2018

Im Augsburger Kongress am Park ist am Sonntag die erste "Schön"-Konferenz für Kunstfreunde und Kreative zu Ende gegangen. Seit Donnerstag hätten rund 1.000 Besucher an dem religiös inspirierten Forum teilgenommen, teilte der Veranstalter, das Augsburger Gebetshaus, mit. Dessen Leiter, der katholische Theologe Johannes Hartl, erklärte zum Abschluss: "Eine Revolution der Schönheit hat begonnen - klein, aber doch schon sehr real." Das Publikum sei inspiriert, bezaubert und ermächtigt worden, kreativ tätig zu sein und über Schönheit nachzudenken. Ob es eine Fortsetzung der Konferenz geben werde, sei noch nicht entschieden.

"Revolution des Schönen"

Am Donnerstag zur Eröffnung der "Schön" hatte Hartl gefordert, es brauche eine Revolution des Schönen, weil der Mensch ohne Schönheit - deren Quelle Gott sei - verkümmere. Die Gesellschaft befinde sich jedoch in einer Krise der Schönheit, etwa bei der Architektur. Es sei vielleicht kein Zufall, dass die Architektur von früher, die heute meist als schön gelte, oft aus geistlicher Inspiration heraus entstanden sei. Der Theologe brachte das Thema Schönheit auch in Bezug zur Kirche. Er sagte: "Die meisten Menschen leiden unter modernen Kirchen." Gleichwohl sei die Kirche "noch mit der Ort, wo am meisten Verständnis für die Bedeutung der Kunst besteht".

Auf dem Programm der "Schön" standen unter anderem Diskussionen, Konzerte und Lesungen. Teilnehmer waren Prominente wie der Regisseur Wim Wenders, der Musiker Michael Patrick Kelly und der Schauspieler Samuel Koch. Das Augsburger Gebetshaus unter der Leitung von Hartl richtet jährlich im Januar auch die Glaubenskonferenz "Mehr" aus, die im Jahr 2019 jedoch eine Pause macht. (tmg/KNA)