Entwicklungsminister rät Konsumenten: "Schaut hin, was ihr kauft"
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Im Kampf gegen Kinderarbeit und Umweltzerstörung

Entwicklungsminister rät Konsumenten: "Schaut hin, was ihr kauft"

Kurz vor Weihnachten hat Entwicklungsminister Gerd Müller die Menschen in Deutschland zu einem verantwortungsvolleren Konsum aufgerufen und zum Kauf fair gehandeleter Produkte animiert. "Wir bauen unseren Wohlstand noch viel zu oft auf dem Rücken Afrikas auf", so Müller.

Berlin - 15.12.2018

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die Konsumenten in der Weihnachtszeit aufgerufen, besonders auf den Kauf fair gehandelter Produkte zu achten. "Wir bauen unseren Wohlstand noch viel zu oft auf dem Rücken Afrikas auf. Jetzt zur Weihnachtszeit werden 150 Millionen Schoko-Nikoläuse in Deutschland verkauft, aber nur die Hälfte des Kakaos wurde fair produziert", sagte der Politiker am Samstag in Berlin. "Der Rest kann immer noch mit Sklavenarbeit, ausbeuterischer Kinderarbeit, Hungerlöhnen und Abholzung des Regenwalds hergestellt werden. Das ist auch eine Aufforderungen an die Konsumenten: Schaut hin, was ihr kauft."

Im kommenden Jahr werde er dazu mit dem evangelischen Hilfswerk Brot für die Welt und anderen Organisationen eine gemeinsame Kampagne starten. "Stoppt die Kinderausbeutung. Es darf nicht sein, dass wir Güter nach Europa importieren, in denen ausbeuterische Kinderarbeit steckt", sagte Müller. Das fange beim Kaffee an und höre beim Grabstein auf, den vielfach Kinder unter erbärmlichsten Zuständen in den Steinbrüchen bearbeiteten. Allerdings sei es nicht einfach, dagegen vorzugehen, weil Kinder in den ärmeren Ländern oftmals zum Familieneinkommen beitragen müssten. Der erfolgreichste Weg sei es, existenzsichernde Löhne für die Eltern zu zahlen. Kinder müssten häufig arbeiten, damit die Familie überhaupt überleben könne.

Müller bekräftigte, dass er gesetzliche Regelungen anstrebe, wenn Unternehmen und Branchen das Problem nicht selbst in den Griff bekämen. "2019 werden wir zum ersten Mal genau überprüfen, ob die größeren deutschen Unternehmen ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachkommen. Wenn wir mit Freiwilligkeit nicht größere Fortschritte machen, wird der Gesetzgeber handeln und diese Standards festschreiben", sagte der Minister. (dpa)