Ludwig Schick im Porträt
Gespräch mit Protestwählern suchen

Erzbischof Schick: Kirche muss sich gegen AfD stellen

Der Bamberger Erzbischof hat eine klare Meinung zu den Positionen der AfD: Die Kirche muss sich gegen Fremdenfeindlichkeit positionieren - und gleichzeitig mit den Wählern der AfD reden.

Bamberg - 02.10.2018

Die Kirche müsse sich entschieden gegen die AfD stellen, findet der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. "Man muss ganz klar Nein zu den ausgrenzenden und fremdenfeindlichen Positionen der AfD sagen", erklärte Schick der spanischen Zeitung "El Pais" (Montag). Die Zeitung berichtete in einer Reportage über das Engagement der Kirchen in Deutschland für Flüchtlinge. Der Erzbischof rief jedoch dazu auf, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, die aus Protest die AfD wählen.

Christen müssten ihre Werte klar vertreten, beispielsweise auch bei Demonstrationen, betonte Schick. Zugleich hätten sie andere Möglichkeiten, sich einzubringen, etwa in Sozialen Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram. Schick ist selbst bei Facebook und Twitter aktiv. Gleichzeitig warnte er davor, nationalistische und faschistische Tendenzen in Europa zu verharmlosen. Mit Blick auf die Geschichte erinnerte der Erzbischof daran, es habe mit bestimmten Ängsten, mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Propaganda begonnen: "Erst wurden die Herzen vergiftet, und dann folgten nachher auch die schlimmen Taten." (rom/KNA)