Fünf Tipps für ein wenig Spiritualität im Urlaub
Ohne dicke Bücher zu wälzen: Einfache Schritte für jeden Urlaubertyp

Fünf Tipps für ein wenig Spiritualität im Urlaub

Wie nimmt man Gott mit in den Urlaub? Spiritualität kann man auch am Ferienort einüben und die freie Zeit somit noch bewusster erleben. Katholisch.de hat einige einfache Übungen, für die es keine Vorkenntnisse braucht, aufgeschrieben.

Von Madeleine Spendier |  Bonn - 04.08.2018

Wer seinen Koffer packt und sich zu einer Reise aufmacht, hat viele Erwartungen im Gepäck. Doch findet Gott auch einen Platz im Koffer? Wir geben Ihnen fünf praktische Tipps für eine besondere Urlaubs-Spiritualität. So haben Gebet, gute Gedanken und Gott auch unterwegs einen festen Platz – und Ihre Ferien werden bestimmt noch schöner.

Tipp #1: Der Segen

Wie wäre es mit einem Segen vor der Abreise? Der kann sich selbst und anderen Mitreisenden gespendet werden. Zeichnen Sie dabei mit Ihrer Hand ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Dazu kann man folgende Worte sprechen: "Guter Gott, segne und behüte und lass uns wieder gesund von der Reise zurückkehren." Wer mag, kann auch unterwegs oder bei einem kurzen Halt in einer Autobahnkirche oder in einer Flughafenkapelle einen Reisesegen beten. Zum Beispiel so: "Guter Gott segne unsere Reise. Sei du mit uns auf unseren Wegen. Lass und wieder gesund nach Hause kommen und begleite alle, die unterwegs sind." Ist es nicht schön zu wissen, dass die Reise so ganz bewusst mit Gottes Segen startet?

Tipp #2: Eine gute Tat

Jeden Tag im Urlaub etwas Gutes für sich oder andere tun, kann glücklich machen. Versuchen Sie es! Lächeln Sie Ihrem Sitznachbarn im Zug zu, sagen Sie Ihren Mitreisenden oder auch Fremden ein freundliches Wort, loben Sie ganz unbefangen oder helfen Sie jemandem ungefragt, der Hilfe benötigt. Auch im Urlaub sollte ein gutes Miteinander selbstverständlich sein. Man kann sich in den Ferien mehr Zeit für Gespräche nehmen als sonst. Letztlich bleiben intensive Begegnungen mit einheimischen Bewohnern Ihres Ferienortes auch länger in Erinnerung als der Besuch der meisten Sehenswürdigkeiten.

Feine Wölkchen über der Nordsee

Ob über der Nordsee oder irgendwo anders: Beobachten Sie die Wolken, die am Himmel vorüberziehen.

Tipp #3: Löcher in den Himmel schauen

Schenken Sie sich im Urlaub täglich eine kurze Auszeit, indem Sie einfach weniger oder gar nichts tun. Lassen Sie Ihren Körper ausruhen. Spüren Sie Ihren Gedanken nach und lassen Sie Ihr Herz weit und groß werden. Wer lieber draußen ist, kann sich auf eine Wiese legen. Betrachten Sie die Schöpfung, genießen Sie die Geräusche um Sie herum. Wellness für die Seele sozusagen. Beobachten Sie die Wolken, die am Himmel vorüberziehen. Das erweitert den Horizont, versprochen! Oft sind es genau diese Momente, an die Sie sich nach dem Urlaub gerne zurückerinnern.

Tipp #4: Danke sagen!

Wie gut kann es tun, wenn man sich jeden Tag für einen besonderen Moment bedankt. Das ist wie ein kurzes Gebet. Entdecken Sie die Kraft der inneren Einkehr, täglich! Das kann man auch unterwegs vollziehen. Schreiben Sie auf, wofür Sie dankbar sind. Oder erzählen Sie es jemanden, der mit Ihnen reist. Das kann ein schönes Ritual für den Abend sein. Oder nutzen Sie dafür die Mittagspause, wenn die Sonne sowieso zu hoch steht, um sich an den Strand zu legen. Gönnen Sie sich ein paar Minuten für diese Danke-Zeit. Suchen Sie eine Kirche auf und genießen Sie die Kühle und Stille dort. Vielleicht ist ein stilles Gebet oder ein Lied – gemeinsam in einer Reisegruppe gesungen – genau das Richtige für Sie? Wenn Sie mögen, zünden Sie eine Kerze für einen Menschen an, dem es zurzeit nicht so gut geht.

Ein Mann tippt auf seinem Smartphone.

Smartphone am besten Ausmachen oder in den Flugmodus schalten.

Tipp #5: Ausschalten zum Abschalten

Und jetzt sind wir schon im Expertenlevel. Entdecken und entscheiden Sie sich im Urlaub täglich für den Flugmodus Ihres Mobiltelefons. Schalten Sie ihr Handy nur ein, wenn es nötig ist oder zu bestimmten Zeiten, in denen Sie erreichbar sein wollen. Vielleicht verzichten Sie im Urlaub auch auf Fernsehen, Zeitungen und andere Medien. Investieren Sie die so geschenkte Zeit in mehr Gespräche, mehr gemeinsame Zeit mit den Menschen um Sie herum. Sie werden so mehr erreichen, als Sie denken. Wer nun noch immer nicht gelassen ist, dem mag dieser Reisesegen besonders gut tun:

"Geh mit Gottes Segen. Er halte schützend seine Hand über dir, bewahre deine Gesundheit und dein Leben und öffne dir Augen und Ohren für die Wunder der Welt. Er schenke dir Zeit, zu verweilen, wo es deiner Seele bekommt. Er schenke dir Muße, zu schauen, was deinen Augen wohltut. Er schenke dir Brücken, wo der Weg zu enden scheint und Menschen, die dir in Frieden Herberge gewähren.

Der Herr segne, die dich begleiten und dir begegnen. Er halte Streit und Übles fern von dir. Er mache dein Herz froh, deinen Blick weit und deine Füße stark. Amen."

Von Madeleine Spendier

Tipps für einen besonderen Urlaub im Kloster

Nutzen Sie Klöster als Kraftorte für die Seele. So können Sie für eine Zeit dem Alltag zu entfliehen und die Ruhe genießen. Das Angebot dazu ist vielfältig. Die Gebetszeiten und Gottesdienste der Ordensleute stehen den Gästen meist offen. Die Benediktinerabtei Kloster Ettal in den Ammergauer Alpen verwöhnt mit einer Brauerei und einer Likörmanufaktur. Für Seele und Leib sorgt das Wellnesskloster Arenberg der Dominikanerinnen bei Koblenz mit Massagen, Gymnastik und Schwimmbad. Herrlich chillen kann man auch im Kräutergarten der Abtei Varensell, gesunde Fastenkuren im Kloster St. Marienthal genießen oder sich in den Bergen im Kloster St. Johann in den Alpen zurückziehen. Auch das Dominikanerkloster im bayrischen Bad Wörishofen, wo schon Pfarrer Sebastian Kneipp seine Gesundheitslehre begründete, lädt zu einer besonderen Auszeit für Seele und Körper ein.