Romano Guardini im Porträt
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Erzbistum will Verfahren im Dezember beginnen

Guardini: Prozess zur Seligsprechung wird eröffnet

Romano Guardini gilt als einer der größten Theologen des 20. Jahrhunderts. Das Erzbistum München und Freising will ihn nun seligsprechen lassen. Am Dienstag gab es den Starttermin für den Prozess bekannt.

München - 24.10.2017

Die Seligsprechungsverfahren für Romano Guardini und den NS-Widerstandskämpfer Fritz Michael Gerlich sollen am 16. Dezember eröffnet werden. Die beiden Prozesse sollen offiziell mit einem feierlichen Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom beginnen, wie das Erzbistum München und Freising am Dienstag mitteilte. Bereits im Sommer hatte das Erzbistum die Verfahren angekündigt.

Der Theologe Romano Guardini (1885-1968) gilt als einer der bedeutendsten Religionsphilosophen des 20. Jahrhunderts. Zudem war er wichtiger Protagonist der Liturgischen Bewegung, die die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils auf den Weg brachte. Am Konzil selbst nahm Guardini jedoch nicht teil. Er lehrte unter anderem in Berlin, Tübingen und München, wo er Mitbegründer der Katholischen Akademie in Bayern war.

Fritz Michael Gerlich (1883-1934) wurde als Widerstandskämpfer am 30. Juni 1934 im Konzentrationslager Dachau ermordet. Bereits seit 1931 sprach sich der Publizist deutlich gegen die Nationalsozialisten aus. Schon kurz nach der sogenannten Machtergreifung wurde er auf Bestreben Hitlers im März 1933 inhaftiert. Von 1920 bis 1928 war Gerlich Chefredakteur der "Münchner Neuesten Nachrichten", einem Vorläufer der "Süddeutschen Zeitung". Seit 1930 gab er die Widerstandszeitung "Der gerade Weg" heraus. Die Seligsprechung Gerlichs könnte auf Grundlage der Anerkennung seines Martyriums erfolgen. (kim/dpa)