Mehrere Kirchen in Frankreich geschändet – Bischöfe schweigen
Gotteshäuser brannten, wurden geplündert und entweiht

Mehrere Kirchen in Frankreich geschändet – Bischöfe schweigen

Die Häufung von Kirchenschändungen gibt in Frankreich derzeit Anlass zu großer Sorge. Auffällig jedoch: Die Französische Bischofskonferenz hielt sich zu den Vorfällen bislang bedeckt. Doch das hat einen Grund.

Paris - 12.02.2019

In Frankreich sind in den vergangenen Wochen neun Kirchen entweiht oder Ziel von Vandalismus geworden. Es sei wichtig, dass die Orte des Kultes Orte des Friedens blieben, erklärte der Präfekt des Departement Yvelines, Jean-Jacques Brot. Dort war die Kirche von Houilles zuletzt gleich dreimal hintereinander Ziel von Übergriffen. Ein Teil des Kreuzes wurde abgebrochen sowie eine Marienstatue und der Altarraum beschädigt.

Am Samstag wurde im Stadtzentrum von Dijon die gotische Kirche Notre-Dame entweiht. Ein Unbekannter drang in den Morgenstunden in die Kirche ein, nahm Hostien aus dem Tabernakel und verstreute sie um den Hauptaltar. Zudem verwüstete er den Chorraum.

Weitere Schändungen vermeiden

Die Französische Bischofskonferenz wollte sich bislang nicht offiziell zu den Vorfällen äußern, um weitere Schändungen zu vermeiden. Der Sprecher der Bischofskonferenz, Olivier Ribadeau Dumas, äußerte sich über Twitter. "Kirchen brannten, wurden geplündert und entweiht. Wir können uns nie daran gewöhnen, dass Orte des Friedens Opfer von Gewalt werden, dass der Leib Christi, das schönste und wertvollste für uns, mit Füßen getreten wird", schreibt er.

Einige Ortsbischöfe zeigten sich empört über die Vorfälle. Der Bischof Bernard Ginoux von Montauban, wo ebenfalls eine Kirche beschädigt wurde, sprach von einem "direkten Angriff auf den katholischen Glauben". Er zeigte sich besorgt über die wenigen Reaktionen landesweit und forderte eine Botschaft des Innenministers an die katholischen Gemeinden.

In Dijon fand am Wochenende eine sogenannte Sühnemesse mit Erzbischof Roland Minnerath statt. Das gleiche Ritual ist in Nimes für diesen Mittwoch geplant. Alle Vorfälle werden von der Polizei untersucht. In Lavaur im Departement Tarn stellten sich zwei Jugendliche freiwillig.

Laut Zahlen des Innenministeriums, die die Zeitung "Le Figaro" (Dienstag) veröffentlichte, sind besonders katholische und christliche Kirchen oft Ziel von Vandalismus. 2017 entfielen von insgesamt 978 Vorfällen an Kultusorten 878 auf christliche Kirchen. (KNA)