Ein Wahlplakat in Nigeria zeigt den neuen Präsidenten Muhammadu Buhari.
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Bischofskonferenz ruft zu Eintracht der Religionen auf

Präsident: Nigeria droht keine Islamisierung

In Nigeria ist das Miteinander der Religionen schwer: Gewalt zwischen Muslimen und Christen ist an der Tagesordnung. Dem Präsident wird vorgeworfen, das Land islamisieren zu wollen. Doch er dementiert.

Soko - 14.09.2018

Nigeria soll kein islamischer Staat werden. Das hat Muhammadu Buhari, der Präsident Nigerias, in einer Botschaft zu einem Treffen der Bischofskonferenz des Landes in Soko klargestellt. Buhari bedauerte, dass "derartige Propaganda und Unterstellungen von Dritten in der Kirche Gehör fänden", berichtete die Nachrichtenseite "Crux" am Freitag. In den letzten Monaten hatten unter anderem Politiker der Oppositionspartei "Peoples Democratic Party" Buhari vorgeworfen, Nigeria islamisieren zu wollen.

Das afrikanische Land besteht aus einem muslimischen Norden und einem christlichen Süden. Beide Religionen haben einen etwa gleich großen Anteil an der Bevölkerung. Immer wieder kommt es zu Gewalt zwischen Christen und Muslimen. Anschläge auf Kirchen und Moscheen, etwa der islamistischen Terror-Gruppe "Boko Haram", gehören zum Alltag.

Buhari beklagte, "Politische Haie" würden versuchen, seine Regierung zu ihrem eigenen Vorteil zu schwächen. Auch die Einführung der Scharia in einigen Bundesstaaten Nigerias mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung und die Mitgliedschaft des Landes in der Organisation für Islamische Zusammenarbeit seien keine Anzeichen für eine Islamisierung des Landes. Buhari rief die Bischöfe dazu auf, sich für die Einheit des Landes einzusetzen.

Der Präsident der Bischofskonferenz, Erzbischof Augustine Akubueze, verurteilte die "Lügen" der Oppositionspolitiker. "Sie rauben unser Geld, während sie uns mit Religion ablenken", sagte Akubueze. Sie hätten das Ziel, Nigeria in Ethnien und Religionen zu spalten. Doch das Land könne seine sozialen und wirtschaftlichen Probleme nur in Eintracht lösen, zeigte er sich überzeugt.

Für ein friedliches Miteinander der Religionen sprach sich auch der Sultan von Sokoto, Muhammad Sa'ad Abubakar, aus. "Als Muslime und Christen haben wir eine gemeinsame politische Aufgabe", sagte das traditionelle Oberhaupt von mehr als 70 Millionen Muslimen in Nigeria gegenüber der Bischofskonferenz. "Aber es gibt keine Probleme ohne Lösung und ich glaube, dass wir zusammen die Herausforderungen bezwingen können", sagte Abubakar. (rom)