Eine Mariendarstellung hängt an einer verkohlten Wand einer Kirche nahe Alqosh im Norden des Irak.
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CDU-Gesprächsforum macht auf problematische Lage aufmerksam

Stephanuskreis: Für verfolgte Christen beten

Der Stephanuskreis der Unions-Bundestagsfraktion hat zum Gebet für verfolgte Christen aufgerufen. Die Lage vieler Christen habe sich zuletzt verschlechtert, beklagte der CDU-Politiker Heribert Hirte.

Berlin - 22.12.2017

Der Vorsitzende des Stephanuskreises der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Heribert Hirte, hat zum Gebet für verfolgte Christen in aller Welt aufgerufen. "Ich persönlich glaube fest an die Kraft des Gebets und weiß, dass die betroffenen Christen in aller Welt unsere Solidarität spüren. Möge unser Gebet ihnen neue Hoffnung schenken", sagte Hirte am Freitag in Berlin. Der Kölner Abgeordnete äußerte sich zum Stephanustag am 26. Dezember, dem Gebetstag der katholischen Kirche in Deutschland für verfolgte und bedrängte Christen.

Hirte beklagte, dass die Situation vieler Christen in den vergangenen Jahren nicht besser, sondern schlechter geworden sei. Konkret nannte der Politiker die Lage der Christen im Norden Nigerias. "Regelmäßig leiden sie unter Attentaten, Entführungen und brutaler Gewalt, unter anderem durch die islamistische Terrorgruppe Boko Haram", so Hirte. Ein Kernproblem scheine die ungerechte Macht- und Ressourcenverteilung in Nigeria zu sein. "Dass in den nördlichen Bundesstaaten des Landes seit 1999 für Muslime die Scharia gilt, sorgt zusätzlich für Angst und Misstrauen zwischen Christen und Muslimen. Umso wichtiger ist es, den christlich-islamischen Dialog zu intensivieren", sagte der CDU-Abgeordnete.

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Christen gelten als eine der am stärksten verfolgten religiösen Gruppen weltweit. Oft haben sie unter Repressalien zu leiden. Katholisch.de informiert über alles Wichtige zum Thema.

Hirte betonte, dass sich der Stephanuskreis, der sich als überkonfessionelles Gesprächsforum in der Unions-Bundestagsfraktion für verfolgte Christen in aller Welt einsetzt, auch in der neuen Legislaturperiode für das Recht der Religionsfreiheit stark machen wolle. "Wir sind nicht bereit, Einschränkungen dieses Menschenrechts hinzunehmen und betonen dies in allen Gesprächen, die wir auf internationalem politischem Parkett führen", so Hirte, der sich noch einmal für die Schaffung des Postens eines Sonderbeauftragten für Religionsfreiheit aussprach. Ein solcher Beauftragter könne auf den Schutz von Christen im außenpolitischen Handeln noch größeres Gewicht legen.

Am Mittwoch hatte bereits die katholische Kirche zur Solidarität mit verfolgten Christen aufgerufen. In den Gottesdiensten am Zweiten Weihnachtstag solle der Glaubensgeschwister gedacht werden, die weltweit Opfer von Ausgrenzung und Unterdrückung seien. Der 26. Dezember ist der Gedenktag des heiligen Stephanus, er war der erste christliche Märtyrer. Der Gebetstag ist Teil der 2003 gegründeten Initiative "Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit". Mit der Initiative wollen die deutschen Bischöfe verstärkt auf die Diskriminierung und Drangsalierung von Christen in verschiedenen Teilen der Welt aufmerksam machen. (stz)