Vatikan: Gläubigenschwund belastet Mission
Spendenbereitschaft lasse wegen Säkularisierung nach

Vatikan: Gläubigenschwund belastet Mission

Zur Finanzierung der Mission benötigt die Kirche Spenden. Doch gerade in Europa und Nordamerika würden weniger Menschen Geld geben wollen, beklagt der Vatikan. Schuld seien die immer säkulareren Gesellschaften.

Vatikanstadt - 20.10.2018

Der Gläubigenschwund in der katholischen Kirche belastet auch die Finanzierung ihrer Missionstätigkeit. Die Spendeneinnahmen entwickelten sich parallel zur Häufigkeit des Gottesdienstbesuchs, sagte Kurienerzbischof Giampietro Dal Toso am Freitag im Vatikan. Der Vertreter der vatikanischen Missionskongregation äußerte sich anlässlich des Weltmissionssonntags, der am morgigen Sonntag begangen wird. Bei dem Aktionstag gehe es nicht in erster Linie um Geld, sondern um Gebet und die Schärfung eines "missionarischen Bewusstseins", so Dal Toso.

In Europa und Nordamerika, die stärker von einer Säkularisierung geprägt seien, ließen die Sensibilität für die Anliegen der Glaubensverbreitung und damit auch die Spendenbereitschaft nach, sagte Dal Toso vor Journalisten. Auf der anderen Seite übernähmen inzwischen Ortskirchen in früheren Missionsländern mehr finanzielle Verantwortung. Der Vatikan wolle auch das Internet stärker zur Generierung von Spenden nutzen.

Kardinal: Keine Abwerbung von Gläubigen anderer Glaubensgemeinschaften

Der Leiter der Missionskongregation, Kardinal Fernando Filoni, wandte sich bei der gleichen Pressekonferenz gegen eine Abwerbung von Angehörigen anderer Glaubensgemeinschaft. Der sogenannte Proselytismus gehe "ein bisschen gewaltsam" vor und operiere mit einem Druck, der keine wirklich freie Entscheidung zulasse. Christliche Glaubensverkündigung müsse hingegen auf ein freies Angebot und auf das positive Beispiel im Alltag setzen.

Papst Franziskus hatte bereits im Mai seine Botschaft zum diesjährigen Weltmissionssonntag veröffentlicht. Darin ruft er besonders junge Christen zur Glaubensverkündigung auf. Die "Grenzen der Erde" für Missionare lägen heute in Milieus, denen das Evangelium und die Kirche fremd seien. Die "trostloseste Peripherie einer Menschheit, die Christus braucht", seien Gleichgültigkeit gegenüber dem Glauben oder gar Hass. Die Botschaft steht unter dem Titel "Lasst uns gemeinsam mit den jungen Menschen das Evangelium zu allen bringen". (KNA)