Vatikan präzisiert Papstaussage zu Missbrauch von Ordensfrauen
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Was meint Franziskus mit "sexueller Sklaverei"?

Vatikan präzisiert Papstaussage zu Missbrauch von Ordensfrauen

Auf diese Papstaussage stürzten sich gestern nahezu alle Medien: Franziskus hatte zugegeben, dass Ordensfrauen durch Priester und sogar Bischöfe missbraucht wurden und werden. Heute ergänzt der Vatikan weitere Details.

Vatikanstadt - 06.02.2019

Der Vatikan hat eine Aussage des Papstes über Missbrauch von Ordensfrauen präzisiert. Mit seiner Wortwahl von "sexueller Sklaverei" als Grund für die Auflösung einer religiösen Frauengemeinschaft habe Franziskus "'Manipulation' in Form von Machtmissbrauch" gemeint, "der sich auch in sexuellem Missbrauch zeigt", heißt es in einer Erklärung der vatikanischen Pressestelle (Mittwoch). Franziskus habe sich dabei auf die "Johannes-Gemeinschaft" (Congregation Saint-Jean) bezogen, bestätigte der kommissarische Vatikansprecher Alessandro Gisotti der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

In seiner Antwort auf eine entsprechende Frage beim Rückflug von Abu Dhabi hatte der Papst am Dienstag gesagt, dass es in der katholischen Kirche auch Missbrauch von Ordensfrauen durch Kleriker gebe. Dabei erwähnte er, dass unter anderem eine Gemeinschaft aufgelöst worden sei, in der sexuelle Übergriffe von Frauen durch Priester "einen gewissen Umfang" erreicht hätten. Es habe dort regelrechte "Sklaverei gegeben bis hin zu sexueller Sklaverei durch Kleriker".

Der von dem französischen Dominikaner Marie-Dominique Philippe 1975 gegründeten und 1986 kirchenrechtlich anerkannten Gemeinschaft wurde unter anderem vorgeworfen, moralischen Druck auf Mitglieder ausgeübt zu haben. So sei Mitgliedern etwa der Kontakt zu ihren Eltern untersagt worden.

Einige Zeit nach dem Tod des Gründers 2006 spaltete sich eine Schwesterngemeinschaft ab, die die neue, vom verantwortlichen Bischof ernannte Leitung ablehnte. Diese Splittergruppe der "Congregation Saint Jean" löste Papst Benedikt XVI. im Januar 2013 auf. Darauf bezog sich Papst Franziskus am Dienstag in seiner Pressekonferenz. (KNA)