Stephan Burger ist seit 2015 Erzbischof von Freiburg.
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Erzbischof fordert Kauf von fair gehandelten und regionalen Lebensmitteln

Burger verurteilt Lebensmittel-Spekulationen

Erntedankfest - Lebensmittel-Spekulationen sind für Erzbischof Stephan Burger "ein schändlicher Handel mit dem Hunger in der Welt". Zum Erntedankfest fordert er die Menschen zum Umdenken auf.

Freiburg - 01.10.2016

Finanzspekulationen mit Lebensmitteln hat der Freiburger Erzbischof Stephan Burger als "schändlichen Handel mit dem Hunger der Welt" verurteilt. Das am Sonntag gefeierte christliche Erntedankfest wolle einen Anstoß geben, hinter die Kulissen der modernen Industriekultur und damit auf die Wurzeln unseres Lebens zu schauen, schreibt Burger in einem am Freitag im Internet veröffentlichten Beitrag.

"Für uns Christen ist die Ernte ein Geschenk der Güte Gottes", so Burger. "Gerade im Wachstum von Menschen, Pflanzen und Tieren wird die Schöpferkraft Gottes erfahrbar." Er forderte faire Preise für landwirtschaftliche Produkte und rief dazu auf, regional erzeugte und fair gehandelte Lebensmitteln zu kaufen. Gleichzeitig dankte er den den Frauen und Männern, "die in der Landwirtschaft arbeiten, unsere Nahrungsmittel erzeugen und unsere Landschaft pflegen".

Das Erntedankfest erinnere außerdem an die Schöpfung als unsere gemeinsame Heimat und "an unsere Verpflichtung zu einer besseren und gerechteren Welt", so der Erzbischof weiter. Burger verwies dabei auf die Globalisierung, auf Reisen in fremde Länder und auf die Flüchtlinge, "die in der Hoffnung auf ein besseres Leben zu uns kommen".

Burger ist in der Deutschen Bischofskonferenz für das Hilfswerk Misereor zuständig, das sich weltweit gegen Armut einsetzt. Seine eigene Diözese habe mittlerweile einen Fair-Trade-Prozess eingeleitet. "Wir werden unseren Lebensmitteleinkauf Schritt für Schritt an den Kriterien von Gerechtigkeit und Fairness ausrichten, nach den Gesichtspunkten von Saisonalität und Regionalität orientieren", so der Erzbischof. (bod/KNA)