Islamunterricht an der Schule in Deutschland.
Religion solle die Realität der pluralen Gesellschaft wahrnehmen

Generalvikar: Islam-Unterricht ausweiten

Islam - Eine Ausweitung des islamischen Religionsunterrichts werde nicht nur den Islam verändern, meint der Essener Generalvikar Pfeffer. Zur Auseinandersetzung gehöre auch, sich selbst verändern zu lassen.

Essen - 24.11.2016

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer hat sich für eine Ausweitung des islamischen Religionsunterrichts ausgesprochen. Dies werde den Islam verändern, schreibt er in einem Beitrag zum Tagungsband der 49. "Essener Gespräche", wie das Ruhrbistum am Donnerstag mitteilte. In der pluralen Gesellschaft solle die Religion eine "offene und dialogbereite Haltung" einnehmen. Gerade mit Blick auf den Religionsunterricht müsse sie auch Veränderungen zulassen. Dazu gehöre die Bereitschaft, sich in der Auseinandersetzung "auch selbst verändern zu lassen".

Von kirchlichen Welten weit entfernt

Jugendliche verfügten in der Regel kaum noch über eine religiöse Sozialisation und seien "von unseren kirchlichen Welten weit entfernt", schreibt Pfeffer. Deshalb solle Religion die Realität der pluralen Gesellschaft wahrnehmen, auch wenn sich dadurch Widersprüche zu den eigenen Idealen ergäben. "Widersprüchlichkeiten und Paradoxien gehören zur Religion dazu", so der Generalvikar. Es gäbe nicht "die" Religion oder "die" Wahrheit. (KNA)

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