Pater Manfred Kollig aus Münster wurde von Erzbischof Heiner Koch zum neuen Generalvikar in Berlin berufen.
Neuer Berliner Generalvikar Kollig gegen vorschnelle Urteile

Kollig fordert sachliche Debatte mit Rechten

Erzbistum Berlin - Kritik am Rechtspopulismus müsse stets von Argumenten gestützt sein, fordert Berlins zukünftiger Generalvikar Manfred Kollig. Man solle nicht vorschnell verurteilen, sondern müsse sich zunächst etwas fragen.

Berlin - 28.11.2016

Der künftige Generalvikar des Erzbistums Berlin, Pater Manfred Kollig (60), hat zu mehr sachlicher Kritik am Rechtspopulismus aufgerufen. Die Auseinandersetzung dürfe "nicht nur medial geführt werden", sagte er am Montag in Berlin. "Das verschärft nur die Tonlage." Kollig plädierte dafür, Menschen mit fremdenfeindlichen Positionen mit Argumenten zu widersprechen, "so schwer das auch ist". Er äußerte sich bei seinem ersten Besuch der 160 Mitarbeiter umfassenden Verwaltungszentrale des Erzbistums, die er ab kommendem Februar leitet.  

Kollig wandte sich dagegen, Menschen mit populistischen Überzeugungen vorschnell verurteilen. Wer sie kritisiere, müsse sich auch fragen, "wie sie dazu kommen". Als einen Grund für Aversionen gegen Flüchtlinge nannte er schwindende Religiosität. "Wer denkt, sein Besitz auf Erden ist alles, und keine weitere Perspektive hat, gibt nicht gerne ab", so Kollig. Dagegen gehöre das soziale Engagement wesentlich zum Auftrag der Christen, betonte der designierte Generalvikar.

Kollig wirbt für gemeinsames Ziel bei Reformprozess

Mit Blick auf die laufende Reform des Erzbistums Berlin warb Kollig für einen gemeinsamen Kurs. "Wichtig ist ein gemeinsames Ziel, auch wenn Bistumsleitung und Kirchengemeinden es aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten", erklärte er. Kollig lobte, dass Zusammenlegungen bei dem Reformprozess in der Verantwortung der Gemeinden erfolgen. Diese müssten dabei aber im Blick behalten, wer in ihrem Bereich lebe. "Ich meine nicht nur die Katholiken oder die Christen, sondern alle Menschen", betonte der Verwaltungschef.

Der gebürtige Koblenzer Kollig gehört den Arnsteiner Patres an. Nach Theologiestudium und Priesterweihe war er unter anderem Schulseelsorger. 1994 berief ihn sein Orden in die Generalleitung nach Rom, bevor er sechs Jahre später ins Bistum Münster zurückkehrte. Er war Bereichsleiter für die Liturgie des Weltjugendtags 2005 in Köln, den der heutige Erzbischof Koch als Generalsekretär federführend organisierte. Im Bistum Münster hatte Kollig anschließend Leitungsfunktionen im Bildungsbereich inne, bevor er 2011 Leiter der Hauptabteilung Seelsorge wurde. Als Generalvikar löst er in Berlin Tobias Przytarski ab, der Dompropst wird. (KNA)