Ein Frau hält in Nigeria ein Protesschild mit der Aufschrift "Bring back our Girls" in die Luft.
Gefangenenaustausch knapp drei Jahre nach Entführung

Boko Haram lässt 82 Mädchen frei

Drei Jahre nach der Entführung von 270 Schülerinnen aus dem nigerianischen Ort Chibok meldet die Regierung einen Erfolg: Mehrere Dutzend der Mädchen kamen nun durch einen Gefangenenaustausch frei.

Abuja - 07.05.2017

Die islamistische Terrormiliz Boko Haram hat in Nigeria 82 der vor gut drei Jahren aus einer Schule entführten christlichen Mädchen freigelassen. Aktivisten begrüßten die auch im Internet verbreiteten Berichte, ohne dass es zunächst von der Regierung am Samstagabend eine offizielle Bestätigung gab. Ein Sprecher des nigerianischen Verteidigungsministeriums rief im Fernsehen zu Geduld auf, bis die Informationen offiziell geprüft seien.

In der Nacht zum Sonntag bestätigte dann das Büro von Präsident Muhammadu Buhari die Nachricht auf Twitter: "Nach langwierigen Verhandlungen haben unsere Sicherheitsdienste diese Mädchen im Austausch für einige von den Behörden festgehaltene Boko-Haram-Verdächtige zurückgeholt." Die freigelassenen Mädchen sollen demnach noch am Sonntag in der Hauptstadt Abuja von Buhari empfangen werden.

Die Entführung der Schülerinnen am 14. April 2014 im instabilen Nordosten des Landes hatte international für Entsetzen gesorgt. Im Internet entwickelte sich rasch eine Solidaritätskampagne für die Freilassung der sogenannten Chibok-Mädchen. Viele Prominente, darunter die damalige US-First-Lady Michelle Obama, unterstützten die Kampagne "Bring Back Our Girls" (Bringt unsere Mädchen zurück).

Rund 50 der etwa 270 Mädchen konnten damals noch im Wirrwarr der Entführung fliehen. Einige der verschleppten Mädchen konnten vom Militär befreit oder durch Verhandlungen in Sicherheit gebracht werden. Noch rund 100 junge Frauen müssten sich weiterhin in der Gewalt von Boko Haram befinden.

Die Entführten sollen von Boko Haram zum Übertritt zum Islam genötigt und teils als Sexsklavinnen gehalten worden sein. Experten halten es auch für möglich, dass einige von ihnen zu Selbstmordanschlägen gezwungen wurden. (luk/dpa/KNA)