Die Kirche San Paolo Converso in Italien wurde zum Tennisplatz umfunktionalisiert.
Künstler gestaltet Mailänder Barockbau um

Aufschlag Paulus: Kirche wird Tennisplatz

Ob der heilige Paulus Freude an Ballspielen hatte, ist nicht überliefert. Die bekannten Szenen aus dem Leben des Apostelfürsten kann man in der Kirche San Paolo Converso besichtigen - auf dem Tennisplatz.

Bonn - 23.11.2017

Tennis spielen in einer früheren Kirche: In San Paolo Converso in Mailand ist das jetzt möglich. Der US-amerikanische Künstler Asad Raza wandelte den Barockbau, in dem seit 2014 ein Architektenbüro residiert, in einen voll funktionsfähigen Tennisplatz um. Wo einst die Gottesdienstteilnehmer der Messe folgten, ist ein rotes Spielfeld mit Netz aufgebaut. Die Kulisse bilden prunkvolle Fresken aus dem Leben des Apostels Paulus von der Taufe bis zum Martyrium. Ausrüstung und Lehrer werden den Spielern kostenlos gestellt.

Das interaktive Kunstwerk Razas trägt den Namen "Ohne Titel (Plot für den Dialog)". Für Raza sei das Spiel eine Methode um "überschüssige Energie in symbolische, aber unschädliche Praktiken umzuwandeln", heißt es in der Erklärung des Kunstwerks. Besucher des Kunstwerks würden durch das Tennisspielen zu mehr als nur bloßen Zuschauern. Der aus dem 16. Jahrhundert stammende Sakralbau "des bekehrten Paulus" wurde bereits 1808 von Napoleon säkularisiert und seither nicht mehr als Kirche genutzt. (tja)