Die Bronzestatue zeigt einen Mann mit Vollbart, die Kaiserkrone auf dem Kopf, Zepter in der rechten, den Reichsapfel in der linken Hand. Im Hintergrund weht die EU-Fahne.
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Polens Ministerpräsident fordert einen Wandel auf dem Kontinent

Neuer Regierungschef will Europa rechristianisieren

Der christliche Glaube spiele in Europa inzwischen eine zu geringe Rolle, sagt Polens neuer Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Der Nationalkonservative sieht es als seine Aufgabe, das zu ändern.

Warschau - 09.12.2017

Polens neuer Ministerpräsident Mateusz Morawiecki (49) beklagt eine zu geringe Rolle des christlichen Glaubens in Europa. "Wir wollen Europa umwandeln, mein Traum ist es, es wieder zu rechristianisieren", sagte er am Freitagabend in einem Interview mit dem katholischen TV-Sender Trwam. Vielerorts würden Kirchen nur noch als Museen genutzt. "Das ist sehr traurig", fügte der nationalkonservative Politiker hinzu.

Morawiecki, bisher Wirtschafts- und Finanzminister, war wenige Stunden zuvor von Staatspräsident Andrzej Duda zum neuen Regierungschef ernannt worden. Am Donnerstag hatte die Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) beschlossen, Ministerpräsidentin Beata Szydlo (54) durch ihn zu ersetzen. Sie hatte seit dem Wahlsieg der PiS im Herbst 2015 die Regierung geführt.

Der in Breslau geborene Morawiecki führte von 2007 bis 2015 eine polnische Großbank. Deutschland kennt er wegen seines Studiums in Hamburg gut. (KNA)