Kardinal Urosa ruft zu "transparenten Wahlen" auf
Venezolanischer Erzbischof fordert Freilassung von politischen Gefangenen

Kardinal Urosa ruft zu "transparenten Wahlen" auf

Kardinal Jorge Urosa hat für 2018 vor allem eine Forderung: faire Wahlen in Venezuela. Auch für die Freilassung der politischen Gefangenen will sich der Erzbischof von Caracas einsetzen.

Caracas - 04.01.2018

Zu "vertrauenswürdigen und transparenten Wahlen" in Venezuela hat Kardinal Jorge Urosa Savino aufgerufen. "Das Jahr 2017 ist sehr tragisch gewesen", heißt es nach Medienberichten vom Donnerstag in einem Hirtenwort des Erzbischofs von Caracas, das am Wochenende in den Kirchengemeinden verlesen wird. Um den Konflikt des Landes zu lösen, "der seine Wurzel im politischen Problem hat, ist es notwendig, die in der Verfassung vorgesehenen Präsidentschaftswahlen abzuhalten", so Urosa in der am Mittwoch vorab veröffentlichten Botschaft. In diesem Jahr finden in Venezuela Präsidentschaftswahlen statt.

Urosa verurteilte die Gewalt, "egal woher sie kommt" und forderte eine friedliche Verteidigung der Bürgerrechte. Er beklagte, dass im vergangenen Jahr 120 Personen bei Demonstrationen getötet wurden. Zum wiederholten Mal forderte der Kardinal die Freilassung der politischen Gefangenen. "Sowohl die Justiz als auch die Regierung haben die gesetzlichen Möglichkeiten, um alle diese Mitbürger in die Freiheit zu entlassen." Er zeigte sich erfreut, dass es auf diesem Gebiet in der Weihnachtszeit Fortschritte gegeben habe.

Bei einem Studentenprotest in Venezuela steht eine Demonstrantin der Polizei gegenüber.

Bei einem Studentenprotest in Venezuela steht eine Demonstrantin der Polizei gegenüber.

Außerdem rief der Erzbischof dazu auf, "in dieser Zeit des Mangels und des Leids unserer ärmsten Brüder, solidarisch mit ihnen zu sein". Mit sozialen Initiativen wie Suppenküchen könne man den Armen und besonders den unterernährten Kindern helfen. Neben Kardinal Urosa unterzeichneten das Hirtenwort fünf Weihbischöfe aus Caracas.

In Venezuela gibt es seit Längerem Auseinandersetzungen zwischen dem sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro und dem von der Opposition dominierten Parlament. Die Kirche versucht im Konflikt zu vermitteln. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage leben viele Menschen in Armut. Viele Lebensmittel, Alltagsartikel und Medikamente sind oft nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich. (rom)