"Superpope"-Erschaffer MauPal über seinen Glauben und Franziskus

Künstler: Papst-Graffito hat mein Leben verändert

Aktualisiert am 24.01.2018  –  Lesedauer: 
Künstler: Papst-Graffito hat mein Leben verändert
Bild: © KNA
Streetart

Bologna ‐ 2014 wurde der Streetart-Künstler MauPal mit seinem "Superpope" über Nacht weltweit bekannt. Jetzt erzählt er, was danach passierte, und warum Franziskus das Papsttum entscheidend verändert hat.

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Das Franziskus-Graffito aus dem Jahr 2014 hat nach Worten des römischen Künstlers Mauro Pallotta sein Leben verändert. Inzwischen werde er als "der Künstler, der die Päpste darstellt" angesehen, sagte Pallotta dem italienischen Ordensmagazin "Il Regno". Das auf eine Wand geklebte Plakat "Superpope" sei sein erstes Streetart-Werk gewesen und es habe ihn in der Welt der Straßenkunst bekannt gemacht.

Das Paste-Up, das Papst Franziskus als eine Art Superman zeigt, der mit einem Koffer voller Werte abhebt, war Anfang 2014 auf einer Hauswand im Viertel Borgo Pio unweit des Vatikan aufgetaucht. Städtische Arbeiter entfernten es jedoch schnell wieder mit Wasser und Schwämmen. Dennoch erlangte es große Aufmerksamkeit, da es von vielen Besuchern fotografiert und in den sozialen Netzwerken geteilt wurde. Selbst der päpstliche Medienrat twitterte damals einen Schnappschuss des Super-Papstes.

Eine weitere Folgen des Werks waren laut Pallota eine kurze Begegnung mit dem Papst und der Druck des Motivs auf T-Shirts, die für einen guten Zweck verkauft werden. Teile der Einnahmen des offiziellen Superpope-Shirts fließen in karitative Spendenprojekte des Papstes wie den Peterspfennig. Zudem seien Käufer eingeladen, die Werte des Papstes zu leben und dadurch zu zeigen, dass alle zum "Superpope" oder gewöhnlichen Helden (#OrdinaryHeroes) werden könnten, sagte er.

Kirche als politischer Vertreter des Guten

Pallotta, dessen Künstlername "MauPal" lautet, nannte das "Superpope"-Bild eines der einfachsten, das er geschaffen hatte. Sein Favorit sei hingegen sein zweites Franziskus-Werk, auf dem der Papst ein "Drei gewinnt"-Spiel mit Peace-Zeichen für sich entscheidet, während ein Schweizergardist aufpasst, dass niemand die Schmierereien des Papstes entdeckt. Das Graffito habe er mit Blick auf die Aussage von Franziskus zur Krise zwischen Russland und der Ukraine gemalt. Mit dem Bild habe er eine klare Botschaft für den Frieden setzen wollen, so der Künstler.

Er selbst sei im Borgo Pio aufgewachsen, katholisch erzogen worden und glaube an Gott, sehe sich aber nicht als einen "inbrüstig praktizierenden" Katholiken, bekennt Pallotta. Der 45-Jährige sieht seit Franziskus die Rolle des Papsttums als mehr als nur die eines religiösen Oberhaupts. Franziskus zeige Demut, Menschlichkeit und starke Empathie; seinetwegen betrachteten viele Menschen die Kirche als einen "politischen Vertreter des Guten". (luk)