Schokolade.
Eine Jugendliche erklärt den Wert des Verzichts

Warum auch junge Menschen fasten sollten

Unsere Schülerpraktikantin Judith Brüggemann erklärt, warum sie in der Fastenzeit auf Süßigkeiten, Nutella und Erdnussbutter verzichtet. Und warum andere junge Menschen es auch versuchen sollten.

Von Judith Brüggemann |  Bonn - 03.03.2018

Die Fastenzeit ist die Zeit zwischen Karneval und Ostern. Um es genau zu nehmen, beginnt sie am Aschermittwoch, also dem ersten Tag nach Karneval. Wie viele von euch wissen, gehen viele Christen an diesem Tag in die Kirche und bekommen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn gemalt. Schon vor der Fastenzeit soll es uns daran erinnern, dass auch wir Menschen sterben und nach dem Tod zu Staub werden. In diesen 40 Tagen (die Sonntage sind fastenfreie Tage) verzichten Gläubige auf Dinge, die ihnen angenehm sind und die ihnen Spaß machen. Auch auf schlechte Gewohnheiten wird verzichtet, wie zum Beispiel auf Alkohol, Zigaretten und zu viele Süßigkeiten. Oder man greift mal zum Fahrrad und lässt das Auto stehen um die Umwelt zu schonen. Die lustigsten Scherzkekse sind natürlich die, die in die Klasse brüllen: "Ich faste auf Fasten!"

Eine Art zu fasten wäre, dass man am Aschermittwoch und Karfreitag nur eine Mahlzeit und zwei kleine Snacks für zwischendurch zu sich nehmen darf. Denn auch Jesus wurden vor der Fastenzeit drei Dinge mit auf den Weg gegeben: beten, fasten und geben. Besonders in der Fastenzeit sollten sich die Gläubigen gegen Not und Ungerechtigkeit einsetzen, wie zum Beispiel etwas zu spenden. Auch wenn ihr nicht so häufig in der Kirche seid, habt ihr bestimmt schon mal gesehen, dass nach der Predigt des Pastors bei einem Lied ein Korb oder ein Beutel rumgegeben wird, in den die Leute Geld rein tun. Das nennt man eine Spende. Dieses Geld wird für verschiedene Dinge verwendet. Oft für die Gemeinde, die Renovierung der Kirche oder der Orgel, aber auch für Hilfsorganisationen wie Misereor, die armen und hungernden Menschen aus anderen Ländern helfen.

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Video: © katholisch.de

Üben Sie den Verzicht? Worauf verzichten Sie in der Fastenzeit? Wir haben uns in der Bonner Innenstadt umgehört.

Ich persönlich faste jedes Jahr. Zwar faste ich nicht so streng wie andere Gläubige, aber ich nehme es mir seit vier Jahren vor, auf alle Süßigkeiten, Nutella und Erdnussbutter zu fasten. Natürlich ist es schade, die vielen Kamelle, die man an Karneval gefangen hat, links liegen zu lassen, doch einmal im Jahr tut es mal gut, sich gesund zu ernähren. Da ich nicht in Versuchung geraten möchte, doch einmal zwischendurch etwas Süßes zu essen, faste ich auch an den Sonntagen, doch das ist einem ja selbst überlassen, ob man an diesem Tag fastet.

Jesus ist nicht drauf reingefallen

Unser Fasten hängt mit dem 40-tägigen Fasten von Jesus zusammen. In der Bibel wird beschrieben wie er 40 Tage lang hungerte, jedoch nicht wie wir zu Hause. Nein, er fastete in der Wüste. Doch der Teufel wollte ihn in Versuchung führen, wie uns der innere "Schweinehund". Doch Jesus ist nicht drauf reingefallen.

Für mich ist Fasten eigentlich nur Positives. Es sorgt für innere Einkehr, lässt uns nur auf das Wesentliche konzentrieren, unsere eigenen Lebensgewohnheiten prüfen und korrigieren; es reinigt unseren Körper, den Geist und die Seele, wir erhalten eine gesündere Lebensweise und vermindern vielleicht unser Körpergewicht. Das Fasten ist, wenn man darüber nachdenkt, nicht ein Verzichten "auf etwas", sondern "für etwas"; zum Beispiel für deinen Körper oder für die Umwelt. Es ist die Zeit der inneren Umkehr, in der man nicht nur an sich denkt. Also vielleicht doch nicht auf Fasten fasten und es einfach mal ausprobieren?

Von Judith Brüggemann