Bestandsaufnahme von Immobilien steht bevor

Erzbistum Hamburg bittet Gemeinden um Hilfe

Aktualisiert am 16.03.2018  –  Lesedauer: 
Finanzen

Hamburg/Neumünster ‐ Das Erzbistum Hamburg will für eine pastorale und wirtschaftliche Erneuerung die Haupt- und Ehrenamtlichen mit ins Boot holen. Zunächst geht es um die Erfassung aller Immobilien in der Erzdiözese.

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Das in einer Finanzkrise steckende Erzbistum Hamburg will den Dialog mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter über seine pastorale und wirtschaftliche Erneuerung vertiefen. Das kündigte Generalvikar Ansgar Thim bei einer Veranstaltung in Neumünster an, wie das Erzbistum am Freitag mitteilte. Viele Ängste und Sorgen seien berechtigt, sagte Thim. Wichtig sei es jetzt, einander weiter zu vertrauen.

Der Generalvikar rief die Gemeinden zur Unterstützung insbesondere bei der Bestandsaufnahme von Immobilien auf. In den kommenden Monate werde die zuständige Abteilung des Erzbistums zusammen mit der Unternehmensberatung Ernst & Young die Instandsetzungs- und Investitionsbedarfe ermitteln. Die Erzdiözese sei dabei auch auf die Zuarbeit aus den Gemeinden angewiesen.

Im Fokus stehen rund 750 kirchliche Immobilien

Mit der bereits im Februar angekündigten Erhebung sollen alle Gebäude der Kirche in den Blick genommen werden. Daraus soll laut Bau-Abteilungsleiter Daniel Hoch eine Datenbank erstellt werden, mit der Bestand und Zustand der Gebäude jederzeit eingesehen werden können.

Im Fokus stehen nach den Angaben rund 750 kirchliche Immobilien auf dem Gebiet des Erzbistums, das sich über Schleswig-Holstein, Hamburg und den Landesteil Mecklenburg erstreckt. Sie werden durch die demnächst nur noch 28 Pfarreien genutzt und können nach Expertenansicht in Zukunft nicht mehr alle unterhalten werden. Den Investitionsbedarf beziffert das Erzbistum auf über 150 Millionen Euro bis zum Jahr 2021.

Das Erzbistum Hamburg ist nach eigenen Angaben mit rund 79 Millionen Euro überschuldet. Ende Januar hatte die Diözese angekündigt, aufgrund der prekären wirtschaftlichen Lage bis zu 8 ihrer 21 katholischen Schulen zu schließen. (KNA)