Wie eine Soutane verschwand - Photoshop sei Dank!
Französische Diözese mit kurioser Bildmontage

Wie eine Soutane verschwand - Photoshop sei Dank!

Steht die Soutane für Frömmigkeit? Und wenn ja, erhalten fromme Priester weniger Spenden? Antworten darauf haben wir nicht. Aber dafür eine kuriose Bildmontage aus Frankreich.

Bonn - 22.03.2018

Die Situation erinnert an ein Suchbild-Rätsel: Vier Diözesen im Süden Frankreichs werben mit einem Poster für eine Spendenkampagne. Auf den ersten Blick sehen die Ausführungen für die verschiedenen Bistümer identisch aus. Lediglich das Logo der jeweiligen Diözese ist anders. Doch bei genauem Hinsehen fallen zwei weitere Unterschiede auf, wie der "Catholic Herald" am Mittwoch herausfand.

Das Bistum Carcassonne verwendet das Original-Foto der Werbeaktion, auf dem drei junge Erwachsene abgebildet sind, die ein Selfie mit einem Priester machen. Auf diesem Bild, das aus einem Video zur Spendenaktion stammt, trägt der junge Geistliche eine Soutane. Es ist überschrieben mit einer Aufforderung zu einer freiwilligen Spende für die Kirche: "Helft uns bei der Weitergabe des Glaubens."

Die Plakate einer Spendenaktion verschiedener Diözesen sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Doch es gibt einige kleine Unterschiede.

In den drei Diözesen Montpellier, Nimes und Perpignan wurde das Poster jedoch leicht bearbeitet: Nun trägt der Priester keine Soutane mehr. Das lange schwarze Gewand mit den charakteristischen Knöpfen musste einem schwarzen Pullover und einer Jeans weichen. Der Mann ist jedoch weiterhin als Kleriker zu erkennen; der Priesterkragen wurde nicht verändert. Auch ein Detail an der Jacke eines jungen Mannes fehlt. Auf der bearbeiteten Version ist das Emblem des Mode-Designers Ralph Lauren verschwunden. Es ist nicht bekannt, warum die Veränderungen in drei Diözesen vorgenommen wurden und in einer nicht.

Die Soutane ist ein knöchellanges, schwarzes Gewand mit 33 Knöpfen, die an die 33 Lebensjahre Jesu erinnern. Sie war bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts die übliche Kleidung der Kleriker. In Deutschland ist sie heute unter Priestern nicht mehr weit verbreitet. (rom)