Kardinal Lorenzo Baldisseri, Generalsekretär der Bischofssynode, am 22. Januar 2015 im Vatikan.
Kardinal Lorenzo Baldisseri ist der größte Pianist im Kardinalskollegium

Seine Eminenz spielen Chopin: Kardinal gibt Konzert

Sein Hauptjob ist es eigentlich, Bischofssynoden im Vatikan zu organisieren. Doch seine große Leidenschaft ist das Klavierspielen. In Rom gibt Kardinal Lorenzo Baldisseri jetzt ein Benefiz-Konzert.

Bonn - 24.03.2018

Er ist der Lang Lang unter den Kardinälen der katholischen Kirche und wohl der einzige in diesem Kreis, der täglich drei Stunden Klavier an seinem Steinway-Flügel übt: Lorenzo Baldisseri (77), seines Zeichens Generalsekretär der Weltbischofssynode.

Am Mittwoch gibt der größte Pianist im Kollegium der Eminenzen in Rom in der Gemelli-Klinik ein Benefiz-Konzert, wie das Internetportal "Vatican Insider" am Samstag berichtete. Auf dem Programm des italienischen Kardinals stehen Mozart und Chopin. Der Erlös des Konzerts soll den Patienten des Krankenhauses zugutekommen, in dem einst auch Johannes Paul II. behandelt wurde.

"Klassische Musik ist für mich immer ein Gebet", sagt Baldisseri, der Organisator der beiden Bischofssynoden über Ehe und Familie war und derzeit die Jugendsynode im Oktober vorbereitet. Der aus der Toskana stammende Geistliche absolvierte parallel zu seinem Theologie-Studium in Pisa eine Ausbildung zum Konzertpianisten. Sogar eine eigene CD hat er bereits eingespielt, unter anderem mit Werken von Mozart und Chopin. Auch in seiner beinahe 40-jährigen Laufbahn als vatikanischer Diplomat hat Baldisseri wiederholt Konzerte gegeben. Für den Musikliebhaber und Klavierspieler Benedikt XVI. gab er 2007 in der päpstlichen Sommerresidenz in Castel Gandolfo ein Privatkonzert.

Oft werden Paralellen zwischen Baldisseris beruflicher Tätigkeit als Synoden-Organisator und seinem Klavierspiel gezogen. In beiden Fällen müsse er unterschiedliche Stimmen zu einem Gesamtklang vereinen. So gehört wäre das Konzert auch ein musikalischer Vorgeschmack auf die Bischofsversammlung im Oktober. (tja)