Reliquienschrein aus dem Petersdom an Heimatdiözese ausgeliehen

Sarg von Johannes XXIII. kommt ins Gefängnis

Aktualisiert am 25.04.2018  –  Lesedauer: 
Reliquienschrein von Papst Johannes XXIII.
Bild: © KNA
Heilige

Bergamo ‐ Der gläserne Reliquienschrein von Johannes XXIII. gehört zu den meistbesuchten Papstgräbern im Petersdom. Bald wird der Sarg an sein Heimatbistum Bergamo ausgeliehen – und kommt an ungewöhnliche Orte.

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Der heiliggesprochene Papst Johannes XXIII. (1958-1963) "besucht" für 18 Tage seine norditalienische Heimatdiözese Bergamo. Dass der gläserne Reliquienschrein mit dem Leichnam vom 24. Mai bis 10. Juni den Gläubigen des Bistums zur Verehrung gezeigt werde, sei ein Geschenk von Papst Franziskus, teilte das Bistum auf seiner Internetseite mit. Anlass seien der 60. Jahrestag der Papstwahl und der 55. Jahrestag des Todes von Johannes XXIII. Seit der Seligsprechung im Jahr 2000 ruht der Konzilspapst im Petersdom unter dem Altar des heiligen Hieronymus.

An den ersten Tagen in Bergamo seien "bedeutende symbolische Veranstaltungen" geplant, heißt es auf der Bistumsseite. Der Sarg von Johannes XXIII. soll am 24. Mai zunächst im Stadtzentrum empfangen und dann in das Stadtgefängnis gebracht werden. Die Geste solle daran erinnern, dass der "Papa Buono" der erste Papst war, der ein Gefängnis besucht habe – 1958 in Rom. Danach werde er in das nach ihm benannte Priesterseminar gebracht. In der Nacht zum 25. Mai sollen Diözesanpriester den Reliquienschrein in den Dom von Bergamo tragen.

Am 25. Mai ist eine Nachtwache junger Christen am Sarg des Papstes mit Blick auf die Priesterweihe geplant, die am Folgetag im Dom erfolgen soll. Nach einer Messe mit Bedürftigen am Sonntag, 27. Mai soll der Sarkophag in das Johannes-XXIII.-Krankenhaus kommen. Weitere Stationen sind eine Mariengrotte, ein Franziskanerkonvent und die Kirche von Carvico, in dem der junge Angelo Roncalli das Sakrament der Firmung empfangen hatte.

Im Anschluss wird der Sarg nach Sotto il Monte gebracht, dem Ort, an dem Roncalli am 25. November 1881 auf die Welt kam. In der rund 20 Kilometer von Bergamo entfernten Heimatgemeinde haben die Gläubigen zwei Wochen Zeit, um vor dem Reliquienschrein zu beten. Zum Abschluss ist am 10. Juni eine Messe mit Kardinalsstaatsekretär Pietro Parolin geplant, bevor der Sarg wieder in den Vatikan transportiert wird. (luk)