Die Kardinäle O'Malley und Marx
Beide Kardinäle arbeiten gemeinsam im vatikanischen K9-Rat

Kardinal O'Malley wird häufiger mit Marx verwechselt

Buntes - Reichen das Kardinalsrot und ein Bart aus, um beim Besuch in Rom verwechselt zu werden? Anscheinend ja - erzählt zumindest Kardinal Sean Patrick O'Malley. Zum Glück spricht er ein wenig Deutsch.

Altötting - 30.04.2018

Kardinal Sean Patrick O'Malley (73), Erzbischof von Boston und Vorsitzender der päpstlichen Kinderschutzkommission, wird bisweilen in Rom auf Deutsch begrüßt. Die Leute verwechselten ihn dann mit dem Münchner Kardinal Reinhard Marx, "obwohl dieser doch viel wichtiger ist als ich", sagte O'Malley augenzwinkernd am Montag in Altötting. Zusammen mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonfenz gehört der Kapuziner dem Rat der neun Kardinäle an, die Papst Franziskus 2013 berufen hat, um ihn bei der Reform der Vatikanischen Kurie zu unterstützen.

Die Verwechslungen mit Marx nimmt O'Malley mit Humor. So würden sie ihm die Gelegenheit bieten, seine Deutschkenntnisse zum Einsatz zu bringen. Schließlich ist er Mitglied der Kapuzinerprovinz von Pennsylvania, die 1882 aus Gründungen der damaligen bayerischen und rheinisch-westfälischen Provinzen seines Ordens hervorging. Wenn er ein "Guten Tag Kardinal Marx" höre, werde ihm außerdem bewusst, dass er vielleicht ein wenig abnehmen sollte, scherzte O'Malley weiter. Ansonsten hätten sie ja beide ähnliche Brillen, einen ähnlichen weißen Bart und nicht mehr allzu viele Haare auf dem Kopf.

Der einzige Kardinal unter den Kapuzinern hält sich derzeit im oberbayerischen Marienwallfahrtsort Altötting auf und wird dort am Dienstag offiziell mit einem Gottesdienst die Wallfahrtssaison eröffnen. Am heutigen Montag weiht er den 45-jährigen Kapuziner Bruder Thomas zum Priester. (KNA)