Adolf Hitler (l.) und Hermann Göring am Abend des 30. Januar 1933 an einem Fenster der Reichskanzlei in Berlin.
Franziskus warnt vor Populismus

Papst an Jugend: Denkt an die Machtergreifung Hitlers!

Populismus? Ausländerfeindlichkeit? Für Christen verbietet sich beides, sagt Papst Franziskus. Und dabei spiele nicht nur die biblische Botschaft eine Rolle. Vor allem würde auch die Geschichte mahnen.

Rom - 24.10.2018

Zum Schutz vor Populismus müsse man sich immer wieder an die schrecklichen Kriege der Vergangenheit erinnern, sagte das Kirchenoberhaupt am Dienstagabend in Rom. Dies sei besonders bedeutend für alle Generationen, die die beiden Weltkriege nicht mehr erlebt haben. "Es ist wichtig, dass sie die Anfänge des Populismus kennen." Konkret nannte er dabei die Machtergreifung durch Adolf Hitler 1933, die nie in Vergessenheit geraten dürfe.

Die Erinnerung an die Weltkriege sei zwar eine negative Erfahrung, aber dennoch "ein Schatz", wenn es darum gehe, nicht noch einmal die gleichen Fehler zu begehen, sagte der Papst bei einer Veranstaltung im Kirchengeschichtsinstitut Augustinianum.

Als weiteres Beispiel, wie leicht Hass zu säen sei, nannte Franziskus die Spaltung der Kirche nach der Reformation. Er würdigte zugleich den Einsatz der Kirchen heute für die Ökumene.

Europa muss sich in Migrationsfrage einigen

Franziskus antwortete mit seinen Ausführungen auf die Frage einer 83-jährigen Italienerin. Diese hatte unter anderem ihre Sorge geäußert angesichts eines zunehmendem Populismus und wachsender Gewalt gegenüber Flüchtlingen und Migranten. Die Bibel schreibe Gastfreundschaft gegenüber Migranten vor, sagte dert Papst. Zugleich hätten Staaten aber durchaus das Recht, die Einwanderung zu begrenzen. Deshalb sei es auch wichtig für ganz Europa, sich in der Migrationsfrage zu einigen.

Bei der Veranstaltung hatten alte und junge Teilnehmer aus Kolumbien, Italien und Malta Gelegenheit, dem Kirchenoberhaupt Fragen zu stellen. Auch der US-amerikanische Star-Regisseur Martin Scorsese (75) war dabei.

Der Vatikan hatte das Dialogtreffen zwischen Alt und Jung im Zusammenhang mit der derzeit tagenden Bischofssynode zur Jugend organisiert. Diese steht unter dem Titel "Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung" und endet am Sonntag. (tmg/KNA/dpa)