Das Bild zeigt den "Segenskreis" als Logo des 3. Ökumenischen Kirchentages vor der offiziellen Farbe der Großveranstaltung.
Bild: © Katholikentag
Startschuss für Vorbereitungen zum Ökumenischen Kirchentag 2021

ÖKT: Mehr Ökumene wagen – doch keine Eucharistiegemeinschaft in Sicht

Die Vorbereitungen zum Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt beginnen: Erstmals ist das Gemeinsame Präsidium zusammengetreten. Erste Themen stehen auch schon fest – doch allzu große ökumenische Hoffnungen müssen die Präsidenten enttäuschen.

Frankfurt - 07.12.2018

In Frankfurt ist der Startschuss für die Vorbereitungen zum dritten Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) gefallen. Am Freitag konstituierte sich das Gemeinsame Präsidium. Es soll das Christentreffen in der Mainmetropole im Jahr 2021 vorbereiten. Dem Leitungsgremium gehören Vertreter von evangelischer und katholischer Seite an.

Die evangelische Präsidentin Bettina Limperg sagte, vom ÖKT solle ein "Zeichen der Hoffnung für diese Welt" ausgehen. Die Präsidentin des Bundesgerichtshofs bezeichnete Frankfurt als idealen Ort, um Zukunftsfragen der Gesellschaft zu verhandeln. "Frankfurt ist globalisierte Weltstadt, Wirtschafts - und Bankenstandort, in Frankfurt treffen ökonomischer Glanz und das Elend der Großstadt aufeinander, Frankfurt ist lebendige Stadt der Kunst und handfester Kultur - wo könnte man besser ringen um gemeinsame Positionen als hier?"

Bettina Limperg ist die evangelische Präsidentin des 3. Ökumenischen Kirchentages in Frankfurt 2021.

Bettina Limperg ist die evangelische Präsidentin des 3. Ökumenischen Kirchentages in Frankfurt 2021.

Der katholische Präsident Thomas Sternberg nannte den ÖKT "das wohl größte kirchliche Ereignis der kommenden Jahre in Deutschland", das "weit über unsere Kirchen und über unser Land hinaus" wahrgenommen werde.

Zwischenlösungen statt Mahlgemeinschaft

Zugleich dämpften Limperg und Sternberg Hoffnungen auf eine gemeinsame eucharistische Mahlfeier von Katholiken und Protestanten. "Diese Frage ist wichtig und sie wird weiter zu bearbeiten sein, auch wenn wir 2021 noch nicht so weit sein sollten", sagte Sternberg. "Wir haben bereits Zwischenlösungen und werden für die volle Gemeinschaft im Herrenmahl arbeiten, uns aber an den Stand der offiziell erreichten Übereinstimmung halten", so der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

Impulse setzen solle allerdings nicht nur der Dialog zwischen den Vertretern der christlichen Konfessionen. Es gelte, im Austausch mit dem Judentum ein "klares Zeichen gegen jede Form von Antisemitismus" zu setzen.

Ein Stück Brot liegt nach einer orthodoxen Vesper beim Evangelischen Kirchentag auf einem Tisch.
Bild: © katholisch.de

Die orthodoxen Kirchen luden beim Evangelischen Kirchentag zu einer ökumenischen Vesper mit "Artoklasia" ein. Der Ritus erinnert an die biblische Erzählung der Speisung der 5.000.

Problematisch sei auch eine wachsende Ablehnung des Islam. "Dass die Übertragung von allen möglichen Problemen auf eine Religion zu katastrophalen Konsequenzen führt, das sollten wir als historische Lektion gelernt haben." Deswegen müsse auch das Gespräch mit den Muslimen "einen bedeutenden Platz" beim ÖKT bekommen.

Die nächsten Termine für Katholiken- und Kirchentag stehen schon fest

Das ZdK veranstaltet das bundesweite Christentreffen gemeinsam mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT). Die ersten beiden ökumenischen Kirchentage fanden in den Jahren 2003 in Berlin und 2010 in München statt. Bereits 1971 luden ZdK und der Evangelische Kirchentag nach Augsburg zu einem Ökumenischen Pfingsttreffen ein; ursprünglich war Frankfurt als Ort vorgesehen.

Nach dem diesjährigen Katholikentag in Münster im Mai steht die 102. Auflage des traditionsreichen Termins erst 2022 in Stuttgart an. Der Evangelische Kirchentag behält seinen zweijährigen Rhythmus bei und findet 2019 in Dortmund statt, nachdem im Lutherjahr 2017 in Berlin und Wittenberg gefeiert wurde. (fxn/KNA)